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Was macht ein Bagger im Biotop?

Ärger in Flintbek Was macht ein Bagger im Biotop?

Sprachlos ist Helmut Groß eher selten. Doch beim Anblick der kahlen Fläche zwischen den Straßen Eiderkamp und An der Bahn fehlen dem Fraktionsvorsitzenden der Unabhängigen Wählergemeinschaft Flintbek (UWF) fast ein bisschen die Worte: „Das war ein herrliches Biotop, und nun?“, fragt er und blickt etwas betrübt in Richtung Bagger.

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Freie Sicht auf das Biotop am Eiderkamp - so hatte sich die UWF die Arbeiten nicht vorgestellt.

Quelle: Sorka Eixmann

Flintbek. Was war passiert? Am Montagmorgen rückte offenbar überraschend dort ein Bagger an. Und der Mitarbeiter der Firma Lamp aus Noer nahm seine Aufgabe ernst, keine drei Stunden später war nicht mehr viel zu sehen von dem Bewuchs, der das Gewässer umgab und auch schützte – zum Leidwesen von Groß.

 „Ich verstehe nicht, was dort passiert ist. Es hat zu keiner Zeit einen Beschluss in dem zuständigen Fachausschuss gegeben, der entschieden hat, Baggerarbeiten in dem dortigen Flurstück zu veranlassen“, ist Groß sicher. Allerdings sei über derartige Maßnahmen diskutiert worden, jedoch ohne einen Beschluss zu fassen.

 „Wenn jetzt die Verwaltung ohne Legitimation des Fachausschusses, eine Eilmaßnahme zum Ausbaggern in einem Naturschutzbereich veranlasst, finde ich das mehr als fraglich“, so Groß, der sich bereits am Montagmorgen mit der Verwaltung in Verbindung gesetzt hat. „Es hat eine Mailumfrage an die Fraktionsvorsitzenden zum Thema Ausbaggern gegeben. Diese ist zumindest von der UWF-Fraktion strikt abgelehnt worden.“ Gleichwohl haben die anderen Fraktionen – dazu gehören die CDU, die SPD und die Grünen – ihre Zustimmung erteilt, erklärte Bürgermeister Olaf Plambeck auf Nachfrage. „Wir wollten Geld sparen und da die Firma vor Ort war, haben wir die Anfahrtskosten für diese Maßnahme sparen können“, so Plambeck weiter.

 Groß ist sicher, dass es eine Eilbedürftigkeit dieser „naturschutzschädlichen Baggerarbeiten“ nicht gegeben hat, daher sein Wunsch: „Die UWF beantragt, alle Eingriffe in diesem einmalig entwickelten Naturschutzbereich sofort zu stoppen.“ Auch hätte die Untere Naturschutzbehörde in die Entscheidung mit einbezogen werden müssen. „Das hätten wir tatsächlich besser vorher anzeigen müssen, nachträglich ist die Untere Naturschutzbehörde einbezogen worden“, gesteht Plambeck und fügt hinzu: „Die Maßnahme ist vom Grundsatz an sich nicht zu beanstanden. Gerade diese Jahreszeit ist genau die richtige, im Hinblick auf die Lebewesen.“

 Inzwischen sei die UNB mit Lageplan und Fotos eingebunden, eine Begehung mit dem Verein Froschland habe ebenfalls stattgefunden. „Dort entsteht ein Froschlaichgebiet.“

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Ein Artikel von
Sorka Susann Eixmann
Holsteiner Zeitung

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