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Dieser See hat es schwer

Borgdorf-Seedorf Dieser See hat es schwer

Dem Gewässer geht es eher schlecht, lautet das Urteil des Landesamts für Umwelt und ländliche Räume (LLUR) Schleswig-Holstein. Anwohner beklagen einen über die Jahre schlechter werdenden Zustand des Borgdorfer See, Blaualgen und Bakterienbelastung. Zuviel Phospor gelangt in den See.

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Das Wasser des Borgdorfer Sees ist 18 Grad warm. Eine Blaualgenblüte ist zu beobachten, die das Wasser an der Badestelle am Campingplatz Bum grün verfärbt.

Quelle: Nora Saric

Borgdorf-Seedorf. „Wir haben mit den Blaualgen zu kämpfen“, sagt Kurt Ulrich, Betreiber des Campingplatzes Bum mit Badestelle. „Wenn der Wind zu uns weht, dann haben wir den grünen Kranz am Ufer.“ Der „Algenalarm“ – die sogenannten Cyanobakterien können Hautreizungen und Übelkeit verursachen – schrecke Urlauber ab. Anwohner fürchten um ihre Umwelt auch durch menschliche und tierische Darmbakterien im See. „Diesen Sommer haben wir Glück gehabt“, so Ulrich Stengel, Vorsitzender des TuS Nortorf mit der TuS-Badeanstalt.

 „Dieser See hat es relativ schwer“, so Angelika König vom Dezernat Seen des LLUR. Zu viel Phosphor gelange aus dem sehr großen Einzugsgebiet in den ohnehin sehr nährstoffreichen See mit geringer Tiefe von etwa acht Metern. „Je mehr Phosphor, desto mehr Algen.“ 80 Prozent des Stoffes würden allein aus der landwirtschaftlichen Flächennutzung stammen.

 Etwa ein Mal im Monat zwischen Mai und September erfolgt durch das Kreisgesundheitsamt eine Wasserprobennahme, die auf die Darmbakterien Escherichia Coli und Intestinale Enterokokken untersucht wird. „Grenzwertüberschreitungen liegen und lagen an den drei Badestellen nicht vor“, erklärt Armin Kalmbach, Leiter des Kreisgesundheitsamts. Dieses Jahr sei ein Mal vom 21. bis 24. August ein Badeverbot durch die Behörde wegen Blaualgenblüte ausgesprochen worden. „Das Problem ist jahreszeit- und witterungsabhängig“, betont Hans-Jürgen Bötzer, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft. Die Algenblüte kehre, soweit er sich erinnern könnte, alljährlich zurück, so der 66-Jährige. „Ein Super-Sommer ist immer ein Nachteil für den See“, denn Sonnenstrahlung fördere den Wuchs.

 Bötzer spricht von früheren Verschmutzungen durch den Zulauf Bellerbek, derzeit sei das Wasser allerdings glasklar, und von Altlasten, die sich im Schlamm auf dem Grund abgesetzt haben. „Die derzeitigen Verhältnisse sind nicht zuletzt als Nachwirkung der früher höheren Belastung des Sees zu bewerten“, heißt es in einem Badegewässerprofil des Kreises. Auch Bürgermeister Achim Trede bestätigt:„Früher, so vor 30 bis 40 Jahren, wurde die Gülle von den Feldern noch direkt in den See geleitet.“ Auch heute würden sich die Düngemittel ihren Weg trotz Straßenentwässerung, Sandfängen und Klärgruben irgendwie suchen.

 Der Borgdorfer See sei mit diesen Problemen kein Einzelfall im Kreisgebiet, so Angelika König. Derzeit sind laut Armin Kalmbach alle Seen im Kreis einwandfrei.

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