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Die Wehrau plätschert wieder

Zwischen Bokelholm und NOK Die Wehrau plätschert wieder

Statt über Staumauern zu stürzen, plätschert die Wehrau zwischen Bokelholm und dem Nord-Ostsee-Kanal nun an sechs Stellen über Steine. Aufwärts schwimmenden Fischen steht an der elf Kilometer langen Strecke nichts mehr im Wege. In zehnjähriger Kleinarbeit hat der Wasser- und Bodenverband Untere Wehrau das geschafft.

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Die Wehrau gleitet bei Sandfohr über Steine und Kiesel. Bisher stürzte sie hier unter einer Brücke eine rund 60 Zentimeter tiefe Mauer hinab.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Osterrönfeld. Mit wenigen Worten umreißt Detlef Göttsche die Ausgangslage an der Unteren Wehrau zwischen Bokelholm und Kanal: „In den 60er Jahren sind diese Gewässer nur unter dem Gesichtspunkt der Entwässerung gestaltet worden.“ Es sei den Landwirten darum gegangen, Regen- und Tauwasser von Wiesen und Äckern möglichst schnell wegzuleiten. Heute stelle sich diese Frage: „Wie können wir die Lebensräume gestalten, ohne die Entwässerung aus dem Auge zu verlieren?“

Die Antwort hat sich der pensionierte Leitende Verwaltungsbeamte in den vergangenen zehn Jahren zur Aufgabe gemacht. Beim Wasser- und Bodenverband Untere Wehrau hat der Osterrönfelder organisiert, dass der elf Kilometer lange Bachabschnitt wieder plätschert, hat dafür Geld bei EU, Land und Bund locker gemacht, hat Ingenieure für die Arbeiten ausgesucht und deren Leistungen abgerechnet.

Auf das Ergebnis sind Klaus Wieck, der Verbandsvorsteher, und Detlef Göttsche stolz. Gemeinsam stehen sie am Ortsrand von Osterrönfeld auf einer Betonbrücke, die die Wehrau überquert. Sandfohr heißt die Gegend. Bis vor einem Jahr stürzte das Wasser hier über eine 60 Zentimeter hohe Mauer. Die ist nun weg. Jetzt gurgelt, wirbelt und plätschert der Bach über große Granitsteine, Geröll und Kiesel. Mal schnell, mal schäumend, mal gebremst nimmt er seinen Lauf. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, findet Wieck. „Wir haben ein lebendiges Gewässer“, sagt Göttsche.

Die sechs Wehre zwischen Bokelholm und Kanal hat der Verband in den vergangenen zehn Jahren abbrechen lassen, unter anderem Höhe Kühl’s Gasthof, Heidkrug und kurz vor Bokelholm. Anstelle dieser Sohlabstürze befinden sich lange, steinerne Solgleiten im Bachbett. Vor einem Monat war die Arbeit getan. Fische können nun wieder aufwärts wandern. Forellen, Bachneunaugen, Steinbeißer und Hechte gibt es hier, sagen Göttsche und Wieck. Dagegen sei die ungeliebte Wollhandkrabbe verschwunden.

400000 Euro hat das Vorhaben gekostet, erklärt Göttsche. 40000 Euro habe der Wasser- und Bodenverband zahlen müssen und das Geld als Kredit aufgenommen. Den rund 160 Mitgliedern das klar zu machen, sei schwer gewesen, erinnert sich Wieck. Geld auszugeben ohne wirtschaftlichen Nutzen zu haben. „Das war manchmal ein schwerer Kampf. Ich habe versucht zu vermitteln. Die ökologischen Aufgaben lassen sich ja nicht wegdiskutieren.“ Am Ende haben alle Gremien im Verband einstimmig mitgemacht, sagt der Landwirt. Wieck: Selbst noch nicht überzeugte Skeptiker sagen, das sieht gut aus, wenn sie an einer neuen Sohlgleite stehen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

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