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„Nordseewellen“ am Bahnhof

Bordesholm „Nordseewellen“ am Bahnhof

Wenn der Wurm erst einmal drin ist: Nach der „zu steilen Treppe“ am Bahnhof in Bordesholm gibt es zwei neue öffentliche Reizthemen: eine Steinumrandung für einen Baum, die Senioren mit Rollatoren vom Fußweg auf die Straße zwingt, und die wellenformigen Geländer am Fußweg zum Tunnel.

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Das Geländer ist nicht gradlinig, sondern ist wellenförmig – es ist aber wohl regelkonform.

Quelle: Frank Scheer

Bordesholm. „Wer hat das nur geplant?“, fragt sich Klaus Masuch und fasst sich dabei an den Kopf. Mit seinem Fahrrad steht er vor der Bauminsel am neuen Fahrradunterstand. Die Durchgangsbreite beträgt 20 bis 30 Zentimeter. Ein schlanker Fußgänger kann durchgehen. „Mit einem Koffer oder Kinderwagen geht gar nichts.“ Die müssten auf die Straße oder die andere Seite ausweichen, sagen andere Passanten kopfschüttelnd.

 Dies hatte das Amt auch vorgeschlagen. „Zumutbar wäre auch, den Weg hinter den Fahrradständern zu nutzen“, heißt es. Der Bauausschuss kassierte diesen Vorschlag aber ein und beschloss, dass der offensichtliche Planungsfehler möglichst umgehend zu beheben ist. Die Buche soll entfernt und gegen einen kleineren Baum ausgetauscht werden. Die Bauminsel wird dann auf das normale Maß zurückgebaut. Der Antrag auf Fällung sei bei der Unteren Naturschutzbehörde gestellt, hieß es aus dem Rathaus.

 „Da hat wohl ein Heimwerker ’rumgeschweißt“ oder „Nordseewellen in Bordesholm“. Auf die Geländer angesprochene Passanten sparen nicht mit Kritik. Auch im Bauausschuss berichteten Mitglieder von Beschwerden der Bürger. „Für die Geländer bin ich schon beschimpft worden“, berichtet Norbert Baschke (CDU). Amtsdirektor Heinrich Lembrecht spricht von „viel Unmut“. Aber: Die Geländer entsprächen dem Leitfaden für barrierefreies Bauen, informierte der Ingenieur Andreas Scheer. Die Edelstahlgeländer hätten auf der gesamten Fußgängerrampe zum Tunnel eine konstante Höhe von 85 Zentimeter. Der Fußweg habe eine Steigerung von sechs Prozent. „Und alle sechs Meter sei auf Wunsch der Gemeinde eine 1,5 Meter lange Ebene mit 2,5-prozentiger Steigung eingebaut worden.“ Und das sei für die Wellenform ausschlaggebend.

 Die Augen suchten aber immer nach einer Geraden. „Dass das nicht so ist, darauf hätten uns die Fachleute vorher doch mal hinweisen können“, so Jörg Niedersberg (CDU). Der Ingenieur wies darauf hin, dass die Geländer genau wie in der Ausführungsplanung gebaut worden sei. Da sei das zu sehen gewesen. Carola Ketelhodt (Grüne) fasste zusammen: „So richtig wahrgenommen haben wir es erst, als es bereits da war.“

 Amtsdirektor Heinrich Lembrecht betonte, dass die Geländer noch nicht fertig seien. Eine Abnahme ist noch nicht erfolgt. Die CDU hat sich vorbehalten, einen Gutachter einzuschalten. Beim Marktfest am Sonntag, 8. Oktober, soll das neue Bahnhofsumfeld komplett fertig sein – hoffentlich ist das kein schlechtes Omen. Im  April begann der öffentliche Proteststurm wegen der zu steilen Treppe, die dann anschließend umgeplant worden war, bei einem Aktionstag, dem verkaufsoffenen Sonntag.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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