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Wer zahlt für die maroden Brücken?

Molfsee/Techelsdorf Wer zahlt für die maroden Brücken?

Zwei Eiderbrücken, das gleiche Problem: Die blaue Brücke, eine denkmalgeschützte Eisenkonstruktion bei Techelsdorf, und die Brücke am Eiderbad Hammer zwischen Kiel und Molfsee sind marode. Die Gemeinden suchen nach Finanzierungsmöglichkeiten für eine Sanierung.

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Die Brücke am Eiderbad wurde 1987 größtenteils in Eigenleistung gebaut. Obwohl marode, ist sie noch verkehrssicher.

Quelle: Beate König

Molfsee/Techelsdorf. Beim gesetzlich vorgeschriebenen Brücken-Check stellte der Gutachter 2015 fest, dass Schimmel in den Querstreben und in der Mittelstrebe unter den Bohlen wütet. Insekten bohren Gänge in das morsche Holz. Der Klimawandel, der höhere Luftfeuchtigkeit über längere Zeiträume mit sich bringt, könnte die Ursache für das Weggammeln der Holzteile sein, sagte der Gutachter der Gemeinde. Anders als bei der gesperrten Mielkendorfer Brücke sei die Querung noch verkehrssicher, sagte Bürgermeisterin Ute Hauschild. Eine Erneuerung der von Radfahrern und Fußgängern gut frequentierten Verbindungsstrecke werde jedoch vor einer Sperrung angestrebt. Bei der Finanzierung soll, wie beim Bau vor 28 Jahren und wie bei der geplanten Erneuerung der Brücke in Mielkendorf, die Stadt Kiel als direkter Anrainer mit ins Boot geholt werden.

 Die Brücke am Eiderbad wurde am 24. April 1987 eingeweiht, erinnert sich Jürgen Barth, damals Bürgermeister und Vorsitzender des Kommunalvereins in Molfsee. Das Land hatte einen Teil der Kosten getragen, den Rest teilten sich Kiel und Molfsee. Gebaut wurde die Brücke, um das Wanderwegenetz um Kiel zu verdichten. Das Eidertal wurde durch Fußgängerbrücken zum Naherholungsgebiet. In Molfsee wurden dafür zwei, in Mielkendorf eine Brücke über die Eider gebaut. „Davor gab es nur Eiderbrücken an der Hamburger Chaussee und in Rodenbek“, erinnert sich Barth.

 Die Brücke am Eiderbad wurde 1987 größtenteils in Eigenleistung gebaut. „Wir hatten einen beratenden Ingenieur.“ Betonringe wurden als Fundamente ins Wasser gesenkt und mit Beton verfüllt. Die Landeshauptstadt machte sich für einen massiven Holzaufbau stark, „wir hatten eine kostengünstigere Lösung im Auge.“ Die Holzträger erhielten vor einigen Jahren Stahlblechkappen auf die Trägerköpfe an der Ostseite gesetzt. Jetzt sind die Trägerköpfe an der Westseite bröckelig.

 Die Geschichte der blauen Brücke beginnt 1865, als sie im Auftrag des Klosters Itzehoe und des Amtes Bordesholm zwischen Techelsdorf und Grevenkrug gebaut wurde. Erst 1992 erhielt die im Land älteste bekannte Eisenkonstruktion den namengebenden blauen Anstrich. Jetzt ist das denkmalgeschützte Bauwerk marode. 200000 Euro soll die Erneuerung kosten. Die Gemeindevertreter aus Techelsdorf wurden von der Höhe der Baukosten, von denen sie 50 Prozent übernehmen sollen, überrascht. Zugesagt wurden die Mittel noch nicht.

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