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„Noch ist die Verständigung etwas holprig“

„Noch ist die Verständigung etwas holprig“

Die sieben jungen Männer aus Eritrea sind in Westensee freundlich aufgenommen worden. Doch im Ortsteil Brux gibt es Widerstand gegen die mögliche Unterbringung von weit mehr Flüchtlingen im Falkenhof.

Klaus-Detlef Neumann berichtete über die freundliche Aufnahme der sieben Flüchtlinge aus Eritrea in Westensee.

Quelle: Torsten Müller

Westensee. In der Westenseer Einwohnerversammlung prallten am Donnerstagabend unterschiedliche Positionen aufeinander.

 Doch zunächst berichtete Klaus-Detlef Neumann, Mitglied der Flüchtlingshilfe Jägerslust, von einem offenbar gelungenen Projekt: der Integration der ersten Flüchtlinge. Die Amtsverwaltung hat für sie ein Einfamilienhaus angemietet. Dort wohnen die sieben Afrikaner seit Juli. „Wir haben es geschafft, sie menschenwürdig unterzubringen“, bilanzierte Neumann. Bereits im Vorfeld hatte er zusammen mit Konfirmanden und Mitgliedern der Kirchengemeinde einen Brief entworfen, der in der Umgebung verteilt wurde.

 Schnell setzte die praktische Unterstützung ein: Täglich wird Deutsch unterrichtet. „Noch ist die Verständigung etwas holprig, aber sie lernen sehr fleißig. Wo es hakt, gibt es Nachhilfe am Nachmittag“, sagte Neumann. Ein Eritreer absolviert bereits ein Praktikum im Autohaus Klauza. „Sie wollen gern tätig werden und sich als dankbar erweisen“, berichtete er. Sie hätten einen Koch- und Putzplan organisiert und kehrten die Straße von Laub. Die in Westensee gelebte Willkommenskultur bezeichnete Neumann als beispielhaft: „Jetzt brauchen wir eine Begleitkultur.“

 In Brux ist die Situation ganz anders: Obwohl dort gar keine Flüchtlinge leben und nicht klar ist, ob das Amt auf das Angebot zur Unterbringung im Falkenhof überhaupt eingehen wird, sind Bewohner verängstigt. „Dann haben wir keine Sicherheit mehr, und Frauen können nicht allein im Wald spazieren gehen“, sagte ein Anwohner und fügte hinzu: „Ich habe nichts gegen Flüchtlinge – aber nicht diese Größenordnung.“ Bürgermeister Adolf Dibbern (CDU) hielt die Ängste für nachvollziehbar, warnte aber davor, Ängste zu schüren und Panik zu verbreiten. Möglicherweise seien aufgrund der Abgelegenheit des Falkenhofes andere Standorte besser geeignet. Dibbern versprach, im Amtsausschuss auf die Ängste hinzuweisen, machte aber klar, dass Gemeinde keinen Einfluss auf die Entscheidungen auf Amtsebene habe.

 Cora Haffmanns (Lebendiges Dorf) rief dazu auf, nicht darüber nachzudenken, was passieren könnte, sondern was man machen könne, damit die Unterbringung gelinge. Ein Mann sah eine Alternative zur massierten Unterbringung im Falkenhof: „Dann müssen die Leute Wohnungen zur Verfügung stellen“

Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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