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Viele Argumente gegen Planflächen

Windkraft Mühbrook Viele Argumente gegen Planflächen

Die Bürgerinitiative Wind-Verstand in Mühbrook hat akribisch recherchiert und dokumentiert: Aus ihrer Sicht müssten zwischen ihrer Gemeinde, Loop und Schönbek geplanten Eignungsräume für Windkraft gestrichen werden. 100 Zuhörer verfolgten die Präsentation der Stellungnahme im Hotel Seeblick.

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100 Zuhörer verfolgen im Hotel Seeblick, welche Argumente die Bürgerinitiative Wind-Verstand, hier spricht Monika Klüver-Weitenhagen (Mitte), gegen die Eignungsräume vorträgt.

Quelle: Frank Scheer

Mühbrook. Die Bürgerinitiative um Sprecher Dirk Severloh ist Anfang des Jahres ins Leben gerufen worden. Ein sechsköpfiges Team hat in den vergangenen Monaten ehrenamtlich die beiden Eignungsräume unter die Lupe genommen und die offizielle Stellungnahme für das landesweite Verfahren zusammengestellt. Bis zum 30. Juni haben Bürger, Initiativen und Gemeinde die Möglichkeit, Argumente gegen eine Ausweisung vorzubringen. Anschließend will das Land bis zum Sommer 2018 prüfen, welche Gebiete tatsächlich für die Windenergie verbindlich ausgewiesen werden sollen.

Abstandsflächen werden größer

Als kleinen Fortschritt bewertet Severloh, dass die neue Jamaika-Koalition die bisher geplanten Abstandsflächen in Abhängigkeit von der Höhe der Windmühlen zum ersten Haus "etwas vergrößert hat". Bislang waren es 800 Meter in der bebauten Ortslage, jetzt seien es rund 900 Meter. Ursprünglich habe die CDU ja 1200 Meter gewollt. "Aber das sind die Zugeständnisse, die man bei Koalitionsverhandlungen wohl machen muss."

Das Initiativenmitglied Monika Klüver-Weitenhagen befürchtet, dass bei 16 bis 18 möglichen Windkraftanlagen Mühbrook "über Stunden eine Schattengemeinde" werde. Aus ihrer Sicht hätten die Planer das Gebiet nicht ausreichend untersucht. Viele Biotope seien überhaupt nicht in offiziellen Karten vermerkt.

Viele Argumente gegen Windkrafteignungsräume

Außerdem würden aus Sicht der Initiative zahlreiche Argumente aus den Bereichen Tourismus, Ökologie und Großvögel gegen einen Windkrafteignungsraum sprechen. Außerdem sei das Thema Infraschall nicht berücksichtigt worden. Aus Sicht von Meeresbiologe Andreas Dietrich hätten die Dänen ihr gesamtes Windenergieprogramm gedrosselt, weil die Auswirkungen des Infraschalls kaum untersucht seien. "Da wird auch viel Information unter den Teppich gekehrt. Wenn man man bedenkt, dass Wale über Kilometer per Infraschall kommunizieren, dann kann man mir nicht erzählen, dass der Schall auf Menschen keine Auswirkungen hat."

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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