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Neue Rotoren bringen doppelt so viel Strom

Windpark Osterrade Neue Rotoren bringen doppelt so viel Strom

Im Windpark Osterrade in der Gemeinde Bovenau herrscht reges Treiben. Auf einem 120 Hektar großen Gelände zwischen dem Ort und Sehestedt lässt die Windpark Osterrade GmbH drei 150 Meter hohe Windkraftanlagen aufstellen.

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Diese 100 Meter hohe Windmühle ist seit dem Jahr 2001 in Betrieb und soll durch eine 150 Meter hohe Anlage ersetzt werden.“ 

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Bovenau. Genauso hoch sollen im Rahmen des sogenannten Repowering sieben Windmühlen werden, die die 100 Meter hohen Anlagen der ersten Generation aus dem Jahre 2001 ersetzen.

 Vier Montage- und Hilfskräne mit einer Arbeitshöhe von über 100 Metern, Turmsegmente und Rotorblätter sowie kleine Sandhügel kennzeichnen das Gelände. „Die Baustelle ist bis Mitte Juni in Betrieb. Dann wollen wir fertig sein“, sagt Henning Holst. Fertig sein, das heißt für den Inhaber eines Ingenieurbüros in Husum und Geschäftsführer des Windparks, dass zu diesem Zeitpunkt drei neue Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 100 Metern und Flügeldurchmessern von 100 Metern aufgestellt sind. Sieben Windmühlen aus dem Jahre 2001 sind bis auf zwei abgetragen und sollen durch neue mit einer Gesamtlänge von jeweils 150 Metern ersetzt werden. Drei Anlagen mit 150 Metern Höhe sind bereits seit Februar 2012 vorhanden.

 Holst verweist auf die doppelt so hohe Wirtschaftlichkeit der neuen Anlagen. „Jede Windmühle der alten Generation hat 2,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erbracht, die neuen leisten jeweils mehr als fünf Millionen.“ Rein rechnerisch könnten je Anlage 1000 Einfamilienhaushalte versorgt werden. Die Investition für die drei neuen und die sieben Anlagen im Rahmen des Repowering beziffert Holst auf 33 Millionen Euro. „Wir haben hier einen Bürgerwindpark, dem 60 Privatpersonen als Gesellschafter angehören.“ 50 Prozent der Anteilseigner würden in Bovenau und angrenzenden Gemeinden wohnen, die andere Hälfte in Schleswig-Holstein.

 Die Windmühlen sollen eine ständige Befeuerung durch Warnlichter erhalten, tagsüber weiß, nachts rot. Ein radargeschütztes Befeuerungssystem würde sich noch in der Erprobung befinden. „Wir haben uns aber verpflichtet, es nach Freigabe anzubringen, wenn es wirtschaftlich vertretbar ist“, sagt Holst.

 Durch die Aufstellung der Windräder habe die Gesellschaft Ausgleichsflächen von mehr als acht Hektar zu schaffen. „Im Gemeindebereich werden wir 50 großstämmige Bäume, 40000 Setzlinge für eine Waldanlage, 20000 Gehölze und Sträucher pflanzen sowie 1,5 Kilometer Knickanlagen an verschiedenen Stellen herrichten. Es sind heimische, standortgerechte Pflanzen.“ Die Ausgleichsplanung sei zwischen dem eigenen Landschaftsplaner, der Gemeinde und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises abgestimmt. Die Kosten von voraussichtlich mehr als 500000 Euro trage der Windpark.

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