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Windkraftplanung verärgert die Nachbarn

Melsdorf Windkraftplanung verärgert die Nachbarn

Politisch ist Melsdorf eher eine Gemeinde der moderaten Töne. Am Mittwochabend war das anders. Im Bauausschuss wurde Tacheles geredet. Anlass bot die Windkraftplanung bei den Nachbarn in Quarnbek. „Dort liegen sämtliche Vorteile. Wir haben nur die Nachteile“, kritisierte Carsten Damlos (CDU).

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Sind sauer auf die Quarnbeker Windkraft-Pläne (von links): Irmtraut Albrecht sowie Walter und Inge Wilhelm.

Quelle: Torsten Müller

Melsdorf. Das Gremium musste sich ganz offiziell mit dem Vorhaben südlich der Kreisstraße 3, unmittelbar vor der Gemeindegrenze, beschäftigen. Im Rahmen der Quarnbeker Bauleitplanung für die drei Windräder mit einer maximalen Rotorhöhe von 150 Metern ist Melsdorf aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Bisher hatte sich die Gemeinde in die mehrjährige Planung bei den Nachbarn nicht direkt eingemischt, doch jetzt staut sich der Leidensdruck offenbar auf. Die Räder und damit die möglichen Belastungen kommen den Melsdorfern zu nah.

 „Die sind viel zu dicht dran“, monierte Vorsitzender Henning Baasch (CDU). Für ihn ist es geradezu paradox, dass die Räder wegen des Denkmalschutzes zum Quarnbeker Gutspark einen Abstand von 600 Meter und zum Torhaus von 800 Meter einzuhalten hätten, „aber zu einem in Melsdorf liegenden Einzelhaus nur 400 Meter“. Nach Ansicht von Baasch müsste eine der Anlagen 200 Meter nach Westen verschoben werden, sodass der Abstand zum Wohnhaus mindestens 600 Meter betrage.

 „Durch Westwind wird der Infraschall zu uns in den Ort reingetragen“, ärgerte sich Dorothea-Catherina Barre (SPD). Sie war überzeugt, dass die Quarnbeker Gutsanlage durch die Biogasanlage sowieso nicht mehr stilecht sei, sodass die Abstandsflächen verkürzt und die Anlagen verschoben werden könnten: „Die wollen mit den Rädern Geld verdienen, also sollen sie auch die Immissionen bekommen.“ Inge und Walter Wilhelm, die künftig 420 Meter von einer Anlage entfernt wohnen, entrüsten sich über die Behandlung in Quarnbek: „Das war eine Frechheit, was die mit uns in der Versammlung gemacht haben.“ Man habe ihnen gesagt, dass die Autobahn 210 viel lauter sei.

 Einstimmig empfahl der Ausschuss der am 30. Juni tagenden Gemeindevertretung, dass Einvernehmen nur dann zu erteilen, wenn Quarnbek den Mindestabstand zu Einzelhäusern auf 600 Meter erhöhe oder auf die dritte Anlage verzichte. Ingeborg Barz (CDU) machte für den Fall, dass sich die Nachbarn bei der Abwägung auf die geltende Rechtslage zurückzögen, klar: „Das bedeutet Krieg.“ Und Bürgermeisterin Anke Szodruch (CDU) schob nach: Melsdorf könne den Quarnbeker Schwerlastverkehr, der auch an der Schule vorbeiführe, über die Gemeindestraße Rotenhofer Weg unterbinden.

 Klaus Langer (Grüne), Quarnbeks Bürgermeister, wies darauf hin, dass Einwände noch bis Anfang Juli eingereicht werden könnten. Er betonte: „Die Abstände entsprechen dem geltenden Recht.“

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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Planungen in Quarnbek
Foto: Auf dem Acker (rechts) sollen drei Windräder errichtet werden. Parallel zur Kreisstraße 3 nach Melsdorf wünscht sich die Gemeinde Quarnbek jenseits des Knicks die Anlage eines Schotterweges, auf dem Radler fahren können.

Die Windkraftplanung in Quarnbek verzögert sich erneut: Im Rahmen der aktuellen Bauleitplanung haben Naturschützer Bedenken wegen des möglichen Vorhandenseins von Rotmilan, Seeadler und Fledermäusen vorgetragen.

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