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Gemeinde sucht Baulücken im Innenbereich

Wohnen in Wattenbek Gemeinde sucht Baulücken im Innenbereich

Die Fachausschüsse in Wattenbek stimmen dafür, ein Planungsbüro mit der Aufstellung für ein Innenbereichsgutachten zu beauftragen. So sollen unvoreingenommen geeignete Fläche für Wohnbebauung innerhalb des Orts ermittelt werden. Die Kommunalpolitiker sehen den strukturierten Plan als Chance für Wachstum.

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Das vor zehn Jahren entstandene Wohnbaugebiet an der Burbek ist komplett bebaut.

Quelle: Sven Tietgen

Wattenbek. Für eine Menge Zündstoff hatte in der Gemeinde Wattenbek im Herbst 2015 die Ankündigung gesorgt, einen Teil der Koppeln hinter dem Wohngebiet Pommernweg/Grüner Weg umgehend bebauen zu lassen. Der Streit führte zu einem Bruch in der Wählergemeinschaft Aktiv für Wattenbek (AfW) und der Gründung der neuen Wählergemeinschaft KWW. Nun ist die Schärfe raus, vom Tisch ist die Bebauung aber nicht. Vor einer Entscheidung wird die Kommune nun aber ein Innenbereichsgutachten von einem Planungsbüro erstellen lassen. Der Beschluss dafür soll in der Gemeindevertretung im April gefasst werden.

 Im Flächennutzungsplan der Gemeinde war bei der Verabschiedung im Jahr 2000 dieser unbebaute Bereich zwischen Schulstraße und L49 als Bauland ausgewiesen worden. Im Herbst 2015 wurde bekannt, dass der Bauausschuss unter Leitung von Volker Techow (damals AfW, heute KWW) eine möglichst umgehende Realisierung eines Baugebiets auf einem Teilstück anschieben wollte. Nicht nur innerhalb der AfW, sondern auch unter den Bewohnern der benachbarten Siedlungen führte das zu einer kontroversen Diskussion. Anfang Februar 2016 trafen sich dann Vertreter von Wattenbek und Amtsverwaltung im Rathaus zu einem klärenden Gespräch.

 Die Idee mit dem Innenbereichsgutachten, das der Gesetzgeber mittlerweile bei der Ausweisung neuer Wohnbaugebieten vorab fordert, war geboren. Am Montagabend stellte der Planer Oliver Kühle (Büro B2K) aus Kiel den Mitgliedern des Bauausschusses sowie des Umwelt- und Verkehrsausschusses und 20 Zuhörern nun die Details vor. Die Kernaussage: Der Ort wird von einem unabhängige Planer nach bebaubaren Flächen durchforstet. Lücken wie auch größere Bereiche sollen vorgeschlagen werden.

 „Wir haben uns letztes Jahr vielleicht ein bisschen weit aus dem Fenster gelegt“, räumte Volker Techow (KWW) ein. Man sei nicht weitergekommen. Die Innenbereichssatzung könnte nun „der erste Schritt dazu sein, alle Fraktionen und auch die Bevölkerung mitzunehmen“. Vom Ergebnis verspricht sich Techow eine Menge: „Wir lernen unsere Bausubstanz und die Möglichkeiten mal richtig kennen.“ Bürgermeister Sönke Schröder (KKW) hält es auch für enorm wichtig, dass ein neutraler Planer einmal auslotet, was möglich ist. Die Gemeinde wird aus seiner Sicht wachsen. „Nachfragen nach Grundstücken sind ständig da. Und es steht wenig zur Verfügung“, so Schröder. Er berichtete davon, dass vor zwei Jahren noch im Internet mehr als 30 Immobilien angeboten worden seien, zurzeit seien es zwei oder drei.

 Wichtig ist aus seiner Sicht, dass beim Wachsen auch die Infrastruktur wie Kindergärten und Schulen beachtet werden. Er freue sich, dass jetzt ein ordnungsgemäßes Verfahren ohne die bisherige Naivität eingeleitet worden sei, so Norbert Bruhn-Lobin (AfW). Man müsse sehen, welche Alternativen es zu großen Baugebieten gebe. Die Frage, ob man denn wachsen müsse, dürfe auch gestellt werden. „30 Prozent der Bevölkerung sind über 60. Was passiert irgendwann mit deren Immobilien?“ Dieser demografische Faktor müsse auch mit einfließen.

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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