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Plan B für die Unterbringung?

Flüchtlinge in Nortorf Plan B für die Unterbringung?

Der Freundeskreis für Asylsuchende im Nortorfer Land (FANL) fordert ein langfristiges Konzept für die Unterbringung von Asylbewerbern in Nortorf. 182 Flüchtlinge müssen in diesem Jahr aufgenommen werden, Wohnraum ist knapp. Die Feuerwehr könnte kurzfristig 80 Betten aufstellen.

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Suchen nach einem langfristigen Konzept zur Unterbringung von Flüchtlingen: Hildegund Brandenbusch-Geiser (VHS, vorne von links), Klaus Schuldt, Heidrun Grundmann und Regine Rasehorn mit Prosper Mathieu (hinten von links), Karl-Heinz Sawierucha (Flüchtlingsbetreuer des Amts) und Dieter Schlüter vom FANL.

Quelle: Nora Saric

Nortorf. Erst in der vergangenen Woche hatte das Amt die Bürger aufgerufen, weitere freistehende Wohnungen zu melden, denn der Wohnraum wird knapp. Wie berichtet, müssen auf Zuweisung des Kreises allein in diesem Jahr 182 geflohene Menschen im Amtsgebiet untergebracht werden. Angesichts dessen und der Tatsache, dass womöglich bald mehr als vier bis fünf Flüchtlinge pro Woche nach Nortorf kommen, müsse ein langfristiges Konzept entwickelt werden, hob Klaus Schuldt am Mittwoch beim wöchentlichen Treffen des FANL hervor. „Die Wohnungen reichen unserer Meinung nach nicht aus. Gibt es einen Plan B?“

 Desweiteren wären seines Wissens viele Flüchtlingswohnungen überbelegt, so Schuldt. „Sechs Leute auf engstem Raum mit einem ganz kleinen Bad.“ Durch unterschiedliche ethnische Hintergründe würden unter Umständen auch noch soziale Konflikte entstehen. „Wenn die Wohnungen überbelegt sind, wenn der Luftaustausch nicht gewährleistet ist, dann steht dem Schimmel Tür und Tor offen“, ergänzte Hanns Lothar Kaempfe von der FANL-Lenkungsgruppe. Nach den Mindeststandards sollten in einer Wohneinheit nicht mehr als vier Flüchtlinge leben, meinte er, und Schuldt ergänzte: Zehn Quadratmeter Wohnraum stünden dem ersten Flüchtling zu, acht jedem weiteren und sechs pro Kind. „Davon sind Küche, Bad und Flur ausgeschlossen.“

 Karl-Heinz Sawierucha, Flüchtlingsbetreuer des Amtes, berichtete dem FANL, dass nach dem Aufruf weitere Wohnungen aus dem Amtsgebiet angeboten worden seien. Zudem begutachte seit etwa zwei Wochen ein Bausachverständiger für die Verwaltung die Wohnungen, bevor sie für Asylbewerber angemietet werden. Er wisse außerdem, dass die Feuerwehr als Zwischenlösung kurzfristig 80 Betten aufstellen könne. Dennoch, sagte Dieter Schlüter, werde die Unterbringung in Nortorf ein Problem werden. „Wir werden ein Konzept für Notunterkünfte brauchen.“ Verwaltung, FANL, Feuerwehr und das DRK müssten an einen Tisch, schlug er vor.

 Heidrun Grundmann berichtete von der Idee, Flüchtlinge bei älteren eventuell alleinstehenden Leuten unterzubringen, um im Gegenzug bei der Bewirtschaftung des Hauses zu helfen. „Man müsste überlegen, wie man dafür positive Stimmung macht.“ Den Gedanken an ein Container-Dorf schlossen die FANL-Mitglieder aus.

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Auch bei dem zweiten Treffen des Freundeskreis der Asylsuchenden im Nortorfer Land am Freitagabend war der Saal fast bis auf den letzten Platz besetzt. Über 100 Gäste, darunter Nortorfer, Bewohner der Nachbargemeinden und im Amtsgebiet lebende Asylsuchende, füllten mit Gesprächen das Markushaus.

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