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Wohntraum einer Familie ist endgültig zerplatzt

Kronshagen Wohntraum einer Familie ist endgültig zerplatzt

Bauboom in Kronshagen: Alte Häuser werden abgerissen, neue errichtet, um Wohnträume zu verwirklichen. Auch im Eschenkamp machte der Bauausschuss einer Familie zunächst Hoffnung, dass dieser in Erfüllung gehen könnte. Doch von Sitzung zu Sitzung sank die Bauhöhe und die Träume platzten.

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Die Baugrube im Eschenkamp in Kronshagen ist bereits ausgehoben, doch der Wohntraum der Familie geht nicht in Erfüllung. Der Bauausschuss bleibt bei der Festsetzung mit einer Bauhöhe von neun Metern. Das Mehrfamilienhaus daneben ist 12,50 Meter hoch.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Die Familie sitzt in Amerika schon auf gepackten Koffern. Der Traum: Bei der Rückkehr auch in Kronshagen wieder so wohnen zu können wie in den USA: zwei Vollgeschosse, Bauhöhe 12,50 Meter, 300 Quadratmeter Grundfläche, vier großzügige Kinderzimmer. Um den Wohntraum zu verwirklichen, erwarb die Familie zwei nebeneinander liegende Grundstücke. Das Problem: Der Bebauungsplan 24 sieht für diese nur eine Bauhöhe von neun Meter vor – daneben steht allerdings ein Mehrfamilienhaus mit einer Höhe von 12,50 Metern.

 Im vergangenen September befasste sich der Bauausschuss erstmals im Rahmen der Änderung des B-Plans auch mit dem Bauwunsch im Eschenkamp. Die Verwaltung befürwortete die gewünschte Änderung mit Hinweis auf die Bauhöhe in unmittelbarer Nachbarschaft. Mit 8:3 stimmte das Gremium einer Änderung auf zwölf Meter zu – die UKW war geschlossen dagegen. Die Familie ließ die alten Gebäude abreißen und die große Eiche pflegen.

 Rolle rückwärts in der März-Sitzung: Die Zwölf-Meter-Marke schien dem Gremium jetzt zu hoch und das geplante Gebäude zu wuchtig. Eine Entscheidung fiel allerdings noch nicht. Vorsitzender Robert Schall (SPD) wies aber auf das Protokoll hin: Danach sei eine Höhe von 10,50 Meter sowie eine Verringerung der Dachneigung auf 25 Grad in Betracht gezogen worden.

 In der jüngsten Sitzung gab es aber selbst für diese Höhe keine Mehrheit mehr. Anwohner befürchteten, dass ein „Riesenklotz“ entstehen könnte und spekulierten, ob die Familie vielleicht nicht auch mit weniger Wohnraum auskommen könnte. Friederike Schulze (CDU) fragte sich, warum sie einem Gründach zustimmen solle, obwohl es in dem ganzen Gebiet keines gebe. Holger Tewes (CDU) erschienen 10,50 Meter zu hoch: „Warum bleiben wir nicht bei neun Metern?“ Zustimmung bei Renate Graetsch (UKW): Wenn jemand ein besonderes Haus bauen wolle, habe er dazu das Recht. Allerdings dürfe er nicht erwarten, dass dafür der B-Plan geändert werde. Er müsse sich eben ein Grundstück aussuchen, wo das möglich sei. CDU und UKW legten die Bauhöhe auf neun Meter und die Dachneigung auf 25 Grad fest, SPD und FsK enthielten sich. Lediglich Winfried Dittmann (Grüne) stimmte dagegen.

 Für die Familie ist die Entscheidung „ein Schock“. Bei 10,50 Meter hätte der Architekt ihren Wohntraum noch verwirklichen können. Die Gemeindevertreterin fragt sich nun, ob die Zug-um-Zug-Verringerung mit ihrem Status als Gemeindevertreterin zusammenhängen könnte.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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