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Naturschützer helfen Schäfer

Wolfsangriffe in Blumenthal Naturschützer helfen Schäfer

Durch Wolfsangriffe hat Jan Siebels aus Blumenthal vor einem Jahr viele Schafe verloren. Jetzt hat er den finanziellen Schaden ersetzt bekommen: Weil eine EU-Vorgabe einen vollständigen Schadensausgleich durch das Land verhindert hat, zahlen Naturschutzorganisationen den Rest aus ihrem Wolfsgarantiefonds.

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Anfang 2015 wurde die Herde des Schäfereibetriebs Jan Siebels aus Blumenthal bei Kiel gleich zweimal von Wölfen attackiert.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Blumenthal. Anfang 2015 wurde die Herde des Schäfereibetriebes aus der Nähe von Kiel gleich zweimal von Wölfen attackiert. Dabei wurden etliche Schafe gerissen oder so schwer verletzt, dass sie getötet werden mussten. Bei vielen anderen Mutterschafen führte der Stress zu Fehlgeburten. Für den hohen wirtschaftlichen Verlust erhielt der Schäfer vom Umweltministerium 15000 Euro. Damit war der entstandene Schaden aber nicht ausgeglichen. Aber das Land durfte nicht mehr zahlen.

Nach einer EU-Vorgabe darf das Land einem Tierhalter innerhalb von drei Jahren maximal 15000 Euro an Schadensausgleich überweisen. Alles, was darüber hinaus geht, gilt nach der EG-Verordnung als unerlaubte Subvention – gleichgültig, ob der Schaden dadurch ausgeglichen ist oder nicht. Daraufhin hatten sich 2010 die Naturschutzorganisationen Freundeskreis freilebender Wölfe, Klara-Samariter-Stiftung, Nabu Schleswig-Holstein, Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Wildpark Eekholt und der WWF Deutschland den Wolfsgarantiefonds gegründet. Nach Ansicht dieser Gruppen dürfen die Tierhalter bei einem Schaden nicht im Regen stehen gelassen werden. „Nachweislich durch Wolfsangriffe verursachte Schäden sollen so in vollem Umfang finanziell ausgeglichen werden“, sagt Ingo Ludwichowski von Nabu SH. Deshalb erhält der Betrieb nun aus dem Wolfsgarantiefonds zusätzlich 3877 Euro.

Tierhalter stehen ebenfalls in der Pflicht

Allerdings sehen die Naturschutzverbände auch die Tierhalter in der Pflicht, ihre Herden ausreichend zu sichern. „Dafür kommen in erster Linie mobile stromführende Gitternetze in Frage. Diese schützen nicht nur vor Wölfen, sondern auch vor Übergriffen durch Hunde“, sagt Ludwichowski. Schließlich würde bei gut zwei Dritteln aller Schafe, die vermeintlich durch Wölfe gerissen wurden, die genetische Analyse ergeben, dass wildernde Hunde die Verursacher waren.

„Ein oder zwei gespannte Elektro-Litzen, wie sie häufig zu sehen sind, halten zwar die Schafe auf der Koppel, bilden aber für Hunde oder Wölfe kein Hindernis. Deshalb haben die Träger des Wolfsfonds in ihrem Zuwendungsbescheid auch dem Schäfer in Blumenthal mitgeteilt, dass er bei einem weiteren Schadensfall nur dann erneut Geld aus dem Fonds erwarten kann, wenn er die vom Umweltministerium vorgeschlagenen Präventionsmaßnahmen ergriffen hat“, heißt es bei den Naturschutzverbänden.

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