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Der Wind pfeift, der Atem fließt

Hütten Der Wind pfeift, der Atem fließt

„Mein Gleichgewichtssinn könnte ja besser sein“, bekundet Erika Wienholz fröhlich. Die 70-jährige Osterbyerin hat aber auch aus Versehen gleich die Übung für Fortgeschrittene gemacht, nämlich mit geschlossenen Augen. Wir stehen zu neunt auf einem windigen Weg zwischen der Hüttener Schnackstuuv und dem schützenden Wald, die Hände verknotet, das Gewicht weitgehend auf einem Bein. Gerade hat unter Sabine Rathmanns Anleitung eine Yoga-Wanderung begonnen.

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Wandern mit Yoga: In der Hüttener Waldkirche dehnte Sabine Rathmanns (links) Wandergruppe genüsslich ihre Glieder und konzentrierte sich aufs bewusste Atmen.

Quelle: Johann

Hütten. So etwas haben alle noch nicht gemacht, mich eingeschlossen. Yoga wird normalerweise mit Matte praktiziert. Doch die Owschlager Natur- und Landschaftsführerin Sabine Rathmann, auch für ihre Eselwanderungen bekannt, ist oft zu Fuß in den Hüttener Bergen unterwegs. Unterwegs ein paar Yoga-Stellungen im Stehen einzuflechten, habe sich bestens bewährt, sagt sie, besonders wegen des hohen Sauerstoffangebots unter freiem Himmel. Schließlich sei Atmen das Wichtigste – nicht nur beim Yoga.

 So machen wir alle zunächst die „Zentrierungsübung“, wie die Leiterin die erste Position nennt. Die Hände werden mit nach unten gewandten Daumen über Kreuz gefaltet und vor die Brust gedreht, den einen Fuß über den anderen gekreuzt. Lässt man die Augen auf, kann man auch bei dem ruppigen Wind das Gleichgewicht halten. Nicht direkt eine Yoga-Übung, aber effektiv.

 Danach geht’s weiter in Richtung Waldkirche – schweigend, denn es gilt, tatsächlich hier draußen anzukommen und nicht nur ein neues Umland für das eigene Gedankenkarussell zu finden.

 Im Wald ist es gleich ein Stück kuscheliger als auf dem freien Feld. Der Wind orgelt durch die noch blattlosen Bäume. Aber alles deutet darauf hin, dass sie sich gerade zur Explosion in Grün bereit machen. Gelblich leuchtendes Milz- und üppig wachsendes Bingelkraut verkünden dieses Ereignis schon auf dem Boden.

 Und dann plötzlich wie in einer Arena angeordnete Zuschauerränge, ein großes hölzernes Kreuz und ein Glockenturm – die Waldkirche. Weder Erika Wienholz noch die Krusendorferin Maren Harms oder die Kielerin Marlies Rusch waren schon einmal hier. Aber sie freuen sich, in dieser Umgebung in Form einiger Körperübungen eine Wanderpause einzulegen. Mit einer durch ein Glas geschützten brennenden Kerze und einem Räucherstäbchen in der Mitte kann es losgehen. Namaste!

 Wir drehen uns zwölf Mal, dehnen und strecken uns im breiten Stand zur Seite, nach oben und nach unten, reinigen uns durch Atmung und „entschweben“ schließlich mit dem „Kranich“, bevor wir uns wirklich auf den Rückweg machen. Kaum zu glauben: Zwei Stunden sind inzwischen vergangen und haben den Sonntagnachmittag zu etwas Besonderem werden lassen. Für etliche Teilnehmerinnen klingt er bei Kaffee und Kuchen in der Schnackstuuv aus.

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