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Eine Stadt feiert die Sprotte

Eckernförde Eine Stadt feiert die Sprotte

Eine Stadt feiert ihren Fisch. Anlässlich des Weltfischbrötchentages stand Eckernförde am Wochenende ganz im Zeichen der Sprotte. Die wurde am Sonnabend nicht nur geräuchert im Ganzen serviert, sondern auch filetiert und mit allerlei Zutaten versehen. Bei einer Führung durch die alte Fischerstadt gab es Informationen über die leckere Spezialität.

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Informativ und amüsant: Opsteekfru Stine und Fischer Fiete führten eine große Besuchergruppe anlässlich des Weltfischbrötchentages durch die Eckernförder Altstadt. Die beiden Botschafter des Ostseebades hatten viel zu erzählen – sehr zur Freude der Gäste. Charlotte Purwien sowie Susanne und Thomas Holst (von links) sind begeistert vom Sprottenburger. „Endlich mal ein ganz anderes Fischbrötchen“, ist sich das Trio einig.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Sie haben so etwas vom Rattenfänger zu Hameln. Wo Opsteekfru Stine und Fischer Fiete mit ihrer Handkarre auftauchen, da kommen die Menschen zusammen. Und nur allzugern schließen sie sich den beiden Originalen zu einem lehrreichen und nicht minder amüsanten Rundgang durch die Altstadt von Eckernförde an.

 Stine heißt im wirklichen Leben Christel Fries. Seit April 2013 schlüpft sie regelmäßig in ihr Schapptüch, um gemeinsam mit Fiete – alias Werner Pötzsch – Einheimischen und Besuchern die Geschichte der Fischerstadt näher zu bringen. Mit Erfolg. Allein im vergangenen Jahr absolvierten die beiden 89 Führungen entlang des Hafens und durch die schmalen Gassen der Altstadt. Da blieb es nicht aus, dass auch das Fernsehen auf Stine und Fiete aufmerksam wurden. Acht Mal waren sie schon auf dem Bildschirm zu bewundern. Verständigungsprobleme gibt es nicht. Schließlich beherrschen sie drei Sprachen perfekt: hochdeutsch, plattdüütsch und „över anner Lüüd“. Das kommt an. Auch bei denen, die das Niederdeutsche nicht so gut beherrschen.

 Stine und Fiete haben bei ihrer gut zweistündigen Tour viel zu erzählen. Viel über die Stadt, aber auch viel über die Fischer und ihre Fänge. Ende des 19. Jahrhunderts überragten fast 100 Räucherei-Schornsteine die Dächer der Altstadt. Bis in die 1920er Jahre war Eckernförde ein anerkanntes Zentrum für Fischerei und Fischverarbeitung. Und nahezu jedes hier geborene Kind weiß, dass die „Kieler Sprotten“ eigentlich „Eckernförder Sprotten“ heißen müssten. Denn hier wurden sie nach dem Fang geräuchert, ehe sie mit Pferdegespannen nach Kiel gebracht und von dort aus mit der Bahn nach ganz Europa verschickt wurden.

 Natürlich dürfen die Teilnehmer der Führung die Sprotten in den Räumen des Räuchereimuseums auch probieren. Stine und Fiete erklären, wie es gemacht wird: Kopf und Steert ab, den Rumpf zwischen den Fingern rollen und dann die Gräte nach oben rausziehen. Schmeckt’s? Alle nicken zustimmend. Und wie sieht es mit Sprotten-Filets aus? Auch die möchte die Gruppe probieren. Also geht’s ein paar Häuser weiter zur Fischräucherei Rehbehn und Kruse. Hausherr Berndt Kruse hat zusammen mit Thorsten Schott von der „Fischdeel“ und Alexander May von „Mehrfisch“ den Sprottenburger erfunden. Anlässlich des Weltfischbrötchentages feiert die Neuerung Premiere. Die Sprottenfilets auf einem Salatblatt in einem nach Rauch schmeckenden Brötchen, die mit einer Honig-Senf-Ananas-Sauce, dänischen Gurkenscheiben und Röstzwiebeln angerichtet werden, kommen an.

 „Wirklich toll, ganz lecker. Endlich mal ein ganz anderes Fischbrötchen“, urteilt Thomas Holst. Ehefrau Susanne und Charlotte Purwien beißen herzhaft zu und nicken zustimmend. Auch ihnen schmeckt die Weltneuheit sichtlich. Sie hoffen, dass es diese Form des Burgers nicht nur an diesem Tag gibt. Alexander May will diese Hoffnung erfüllen und die Spezialität an seinen Verkaufswagen am Hafen in die Fischbrötchen-Palette aufnehmen.

 Das freut auch Stine und Fiete. Denn künftig haben sie noch etwas mehr über die Sprotten to vertelln.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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