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Bagger macht illegalen Neubau platt

Melsdorf Bagger macht illegalen Neubau platt

Es dauerte am Montag nur wenige Stunden, dann hatte der Bagger den Rohbau eines Wohnhauses im Melsdorfer Neubaubaugebiet Köhlerkoppel dem Erdboden gleichgemacht. Der Bauträger, die Melsdorfer Firma Böttcher Haus-Exklusiv, kam damit einer Beseitigungsanordnung des Kreises Rendsburg-Eckernförde zuvor.

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Verstoß gegen den Bebauungsplan: Innerhalb von ein paar Stunden machte ein Bagger in Melsdorf den Rohbau eines Wohnhauses dem Erdboden gleich.

Quelle: Torsten Müller

Melsdorf. Das Gebäude überschreitet die Baugrenzen. Bereits im Januar hatte der Kreis einen Baustopp verhängt, weil das Einfamilienhaus die im Bebauungsplan 13 festgesetzten Grenzen um etwa eineinhalb überschreitet und damit auch in den fünf Meter breiten Freihaltestreifen an der Melsdorfer Au hineinragt. Wie berichtet, führte Geschäftsführer Wolfgang Böttcher die Überschreitung auf einen „unglücklichen Fehler“ bei der Einmessung beziehungsweise beim Abstecken des Grundstücks zurück. Dieser wurde nach seinen Angaben erst bemerkt, als das Gebäude schon stand – davon vier Quadratmeter außerhalb der Grenzen.

 Um den Abriss zu verhindern, stellte Böttcher einen Befreiungsantrag, den der Kreis jedoch ablehnte, weil die Gemeinde ihr Einvernehmen versagte. Dagegen legte die Firma für die Bauherren Widerspruch ein. Die Gemeindevertretung lehnte den Befreiungsantrag in nichtöffentlicher Sitzung am 5. Juli einstimmig ab. Nun hätte der Klageweg beschritten werden können. Wolfgang Böttcher ging aber einen anderen Weg: „Ich war’s leid, ich hab’s einfach abgerissen.“ So etwas sei ihm in vierzig Berufsjahren noch nicht passiert, betonte der 77-Jährige, der von der Gemeinde enttäuscht ist. Nun könne aber rasch mit dem Neubau begonnen werden. Wie berichtet, geht Böttcher von einem finanziellen Schaden von 100000 Euro aus, den eventuell eine Versicherung begleicht.

 „Die Gemeinde kann nicht alles hinbiegen“, begründete Henning Baasch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, die Weigerung, die Abweichung vom Bauantrag zu legalisieren. Er wies auf die Sorge der Gemeinde um einen Präzedenzfall hin. „Die haben einen Fehler gemacht, der zu einer massiven Überschreitung führte“, sagte er auf Nachfrage dieser Zeitung. Nach seiner Darstellung erhielt Böttcher das Signal bereits früh: „Er hätte das Haus schon im Januar abreißen können.“

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Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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