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Bahn vergaß, Bäume zu pflanzen

Quarnbek Bahn vergaß, Bäume zu pflanzen

Ja, wo sind sie denn? Seit drei Jahren wartet Quarnbek auf sieben Bäume. Die Deutsche Bahn muss sie als Ausgleich für Fällungen am Bahnhof Felde-Brandsbek pflanzen. In der Gemeindevertretung platzte den Grünen der Kragen: Ingrid Wendel stellte den Antrag, dem großen Schienenkonzern ein Ultimatum zu setzen.

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Da sollen sie hin: Bürgermeister Klaus Langer (Grüne) zeigt auf die Stelle am Sportplatz in Strohhbrück, wo die Deutsche Bahn die sieben Bäume pflanzen soll.

Quelle: Torsten Müller

Quarnbek. Auch die Naturschutzbehörde des Kreises wartet darauf, dass die Bahn liefert.

 Um den Begegnungsverkehr möglich zu machen, wurde 2014 am Bahnhaltepunkt Felde-Brandsbek ein zweites Gleis verlegt. Dafür mussten zahlreiche Bäume gefällt werden. Als Ausgleich verpflichtete die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Rendsburg-Eckernförde die Bahn dazu, insgesamt 20 Laubbäume zu pflanzen. Da die Gemeinde Felde keine eigene Fläche für diese Maßnahme besaß, sprangen zwei Nachbargemeinden mit Standorten ein. Krummwisch ging sogar noch einen Schritt weiter: Die Gemeinde pflanzte 13 Schattenspender am Dörpshus – einen finanziellen Ausgleich hat sie dafür nach Angaben des Amtes Achterwehr von der Bahn noch nicht erhalten.

 Quarnbek bot dem Mobilitätsunternehmen einen prominenten Standort an. Die sieben Bäume sollen am neuen Sportplatz in Strohbrück stehen. Doch die Bahn schaltete bisher auf Durchzug. Mehrere Nachfragen vonseiten des Amtes blieben ohne Erfolg. Ingrid Wendel sprach sich dafür aus, der Bahn eine Frist bis zum 15. März 2017 zu setzen. Andernfalls stehe der Standort nicht mehr zur Verfügung. Auf Nachfrage dieser Zeitung entschuldigte sich Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst: „Das ist uns durch die Maschen gerutscht.“ Die Pflanzung werde noch im Herbst nachgeholt.

 Bürgermeister Klaus Langer wundert sich dennoch, dass die UNB offenbar die Erfüllung solcher Auflagen nicht überprüfe. Dem widerspricht Kreissprecher Martin Schmedtje grundsätzlich: „Wir sind organisatorisch und personell so aufgestellt, dass wir angeordnete Ersatzpflanzungen kontrollieren.“ Entweder vor Ort oder durch Luftbildervergleiche am PC. In diesem Fall sei das Eisenbahnbundesamt verpflichtet gewesen, unaufgefordert den Vollzug anzuzeigen. Da der Kreis darauf vertraute, dass die Schienenbehörde dies auch umsetze, entfiel die Überprüfung.

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Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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