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Ein Gefühl von Sylt in Achterwehr

Reetdach-Siedlung Ein Gefühl von Sylt in Achterwehr

Es ist ein Hauch von Kampen auf Sylt – nur das Meer fehlt. Dafür sind Ahrensee und Westensee nicht weit. Die neue Reetdach-Siedlung auf der Neukoppel in Achterwehr nähert sich der Fertigstellung. Doch bevor die Bewohner das Ambiente genießen können, müssen sie die Hürden und Tücken des B-Planes überwinden.

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Reet statt Ziegel: Vor allem Material aus China und Russland kommt derzeit beim Bau auf der Neukoppel in Achterwehr zum Einsatz.

Quelle: Torsten Müller

Achterwehr. Neubaugebiete kosteten die Gemeinde Achterwehr in den vergangenen Jahrzehnten immer viel Kraft. Das war schon auf der Bullenkoppel so, und das trifft auch auf die Neukoppel zu. Die Planungen für die Reetdach-Siedlung reichen bereits 15 Jahre zurück. Vier Erschließungsträger waren wieder abgesprungen, bevor die Gemeinde mit dem fünften Erfolg hatte. 2010 erwarb die Achterwehr Neukoppel GmbH & Co. KG den etwa drei Hektar großen Acker, der nach dem Willen eines Voreigentümers mit weich gedeckten Wohnhäusern bebaut werden sollte – als Verlängerung der Reetdach-Siedlung Schmalholt. An dieser Gesellschaft sind neben der Kieler Volksbank und der Rendsburger Baufirma Ditting auch das Kieler Planungsbüro Merkel beteiligt.

 Doch auch das neue Trio stand anfänglich vor erheblichen Problemen. Die jetzt 27 Grundstücke auf dem zum Ahrensee hin abfallenden Gelände entwickelten sich zu Ladenhütern. Erst drei Jahre später sprudelte das Geschäft, nachdem die Grundstückspreise gesenkt und die Gemeinde merkwürdige Festsetzungen des Bebauungsplanes 7 korrigiert hatte. Jetzt steht nach Angaben von Gerd Schawaller von der Kieler Volksbank nur noch eines der Grundstücke auf der Fläche zum Verkauf.

 Roland Schlerff war einer der ersten, der sich 2013 in die Neukoppel verliebte: „Da stand nur ein Haus, und ich sagte mir, da musst Du ein Grundstück kaufen. Das war das Beste, was mir passieren konnte.“ Die Reetbedachung erlebt er als sehr angenehm, und selbst die Versicherung sei nicht mehr viel teurer als bei Ziegeln. Allerdings zauberte der B-Plan auch bei ihm schnell Schweißperlen auf die Stirn. Eingriffe in die Topographie waren anfänglich genauso wenig erlaubt wie Gartenpavillons. Baugrenzen waren zu eng gesetzt, Standorte für Garagen und Carports zu restriktiv vorgegeben. Durch problematische Bezugspunkte für Trauf- und Gebäudehöhen steuerte mancher Hauseigentümer in schwierige Konfliktlagen, die ihm die Freude an dem speziellen Charme dieser Siedlung vergrämte. Auch der Endausbau musste um ein Jahr verschoben werden. Die Asphaltierung der Erschließungsstraße ist für diesen Herbst vorgesehen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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