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„Berliner Mauer“ trennt Grundschulen

Kronshagen „Berliner Mauer“ trennt Grundschulen

Es ist ein Unikum: In Kronshagen gibt es zwei Grundschulen unmittelbar nebeneinander. Lange war diese Doppelstruktur politisch gewollt, doch jetzt machen Eltern der Brüder-Grimm-Schule Druck: Sie fordern im Interesse der Chancengleichheit die Zusammenlegung beider Schulen.

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Die beiden Grundschulen liegen in Kronshagen dicht beieinander, sind aber durch eine Mauer getrennt: die Brüder-Grimm-Schule im Vordergrund, dahinter die Eichendorff-Schule.

Quelle: Sven Janssen

Kronshagen. Cord Arkenau ist wütend: „Die soziale Schere klafft an den beiden Schulen immer weiter auseinander“, sagt der Vater von drei Kindern, der selbst einmal auf der Brüder-Grimm zur Schule gegangen ist. Er lobt das Engagement von Lehrkräften und Eltern, aber er sieht Grenzen dafür. An der Brüder-Grimm-Schule gebe es bereits zwei Klassen mit mehr als 40 Prozent an Kindern, die einen Migrationshintergrund hätten.

 Das sind Kinder, die entweder vom Zentrum Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder aus Familien kommen, in denen zu Hause eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wird. Diesen Anteil gebe es an der Eichendorff-Schule bei weitem nicht, sagt Arkenau und fordert: „Integrationsaufgaben sind von der gesamten Gemeinschaft zu tragen.“ Geradezu als „Schildbürgerstreich“ empfindet er es, dass beide Schulen seit mehr als 30 Jahren durch eine „Berliner Mauer“ getrennt sind. In der einen Schule spielten die Kinder in den Pausen in einer grünen Oase, in der anderen auf einem Asphaltplatz.

 Viola Bach, Elternbeiratsvorsitzende, beobachtet die soziale Entwicklung seit acht Jahren. Bei der diesjährigen Einschulung sei das Thema jedoch „hochgekocht“. Auch sie ist davon überzeugt, dass die Migrationskinder, die grundsätzlich eine Bereicherung für die Schule seien, bei einer anderen Mischung an beiden Schulen besser integriert werden könnten. Sowohl Arkenau als auch Bach wollen die Zusammenlegung schon zum kommenden Schuljahr. Sie haben ihre Forderung bereits den politischen Fraktionen mitgeteilt.

 Widerstand gegen einen „Schnellschuss“ deutet sich bei den Eltern der Eichendorff-Schule an, die von dem Vorstoß überrascht wurden. „Wir sind nicht ohne Grund Schule des Jahres geworden“, sagt Yvonne Schneider, Elternbeiratsvorsitzende. Die Schule habe zusammen mit den Eltern eigene Konzepte entwickelt, die erfolgreich seien. Die Zusammenlegung dürfe „nicht übers Knie gebrochen“ werden. Unabdingbar für die Eltern: „Wir wollen unseren Schulleiter behalten.“

 „Der Ball liegt bei der Gemeinde“, sagt Schulrat André Berg auf Nachfrage. Sie müsse nach Paragraf 60 des Schulgesetzes einen Antrag auf Zusammenlegung stellen. „Grundsätzlich wäre eine Umsetzung für 2017/18 möglich“, betont Berg. Über die Frage, wer Schulleiter werde, könne er derzeit keine Antwort geben. Andrea Linfoot (CDU), Vorsitzende des Schulausschusses, hält es für wichtig, möglichst schnell Klarheit zu schaffen, da die Anmeldung der neuen Erstklässler bevorstünde und große Aufregung unter den Eltern entstehen könne. Die CDU-Fraktion ist bereit, diesen Antrag zu stellen, hofft aber auf einen gemeinsamen Vorstoß mehrerer Fraktionen. Die Grünen könnten dabei mitgehen.

 SPD und UKW sind dagegen, das Thema übers Knie zu brechen. Dennoch sei es wichtig, kurzfristig eine bessere Durchmischung beider Schulen zu erreichen. Zudem müssten rasch ein gemeinsamer Campus geschaffen sowie gleiche Anfangs- und Endzeiten festgelegt werden.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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