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Neue Hoffnung als Friedhofsgärtner

Felde Neue Hoffnung als Friedhofsgärtner

Gleich über doppeltes Glück freut sich Obeydallah Amini. Der 26-jährige Afghane aus Felde ist am 7. August nicht nur zum ersten Mal Vater geworden, sondern begann auch fast zeitgleich einen Job beim Bauhof der Gemeinde. Als geringfügig Beschäftigter arbeitet er jetzt auf dem Friedhof.

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Nach den falschen Beschuldigungen beim Vorfall im Kieler Sophienhof ist Obeydallah Amini nun überglücklich: Der Afghane ist zum ersten Mal Vater geworden und darf auf dem Friedhof in Felde arbeiten.

Quelle: Torsten Müller

Felde. Dabei fing das Jahr für den Flüchtling gar nicht glücklich an: Zusammen mit seinem Cousin Bahridin wurde er beschuldigt, im Kieler Sophienhof Mädchen belästigt zu haben. Für den folgenreichen falschen Vorwurf hat sich bisher niemand entschuldigt.

 Dieser Sommer lässt die Vegetation üppig sprießen; auf dem Felder Friedhof ist das nicht anders. André Sponholz, einer der bisher zwei Bauhof-Mitarbeiter, freut sich über die personelle Verstärkung, die die Gemeindevertretung bereits 2015 beschlossen hatte. Doch mangels Nachfrage konnte die Stelle nicht besetzt werden. „Ich mach’ jede Arbeit“, sagte Obeydallah Amini und bekam sie. Im orangefarbenen Arbeitsdress und mit elektrischer Heckenschere in den Händen stutzt er das üppige Grün. Auf den Ohr- und Gesichtsschutz wollte der Afghane zunächst verzichten, doch Sponholz machte ihm klar, dass das in Deutschland Pflicht sei. „Er besitzt Vorkenntnisse und legte gleich mit großer Begeisterung los“, sagt Sponholz.

 Mit der Verständigung hapert es noch etwas. Obeydallah Amini absolvierte mit seiner Familie zunächst den Alphabetisierung-Kursus. Erst jetzt beginnen die Aminis mit dem Deutsch-Kursus. Noch vor der Geburt der kleinen Tochter Sayna sind sie in den Felder Seegarten umgezogen, wo jetzt insgesamt 21 Flüchtlinge leben. Seine Geschwister Jawid und Samira gehen in Kronshagen zur Schule. Obeydallah ist froh, dass er vom Kreis Rendsburg-Eckernförde eine Aufenthaltsgestattung mit einem besonderen Eintrag erhalten hat: Bis zum 20. Juli 2017 darf er auf dem Friedhof arbeiten - 45 Stunden im Monat.

 Der Abschluss des Asylverfahrens steht aber weiterhin in den Sternen. Einen Termin für eine zweite Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat die Familie noch nicht. „Wir hoffen, dass es gut ausgeht. Eine besser integrierte Familie gibt es nicht“, sagt Petra Paulsen, Bürgermeisterin und stellvertretende Vorsitzende der Flüchtlingsinitiative.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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