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Mehr Sonne für neuen Markt gewünscht

Ortskern Kronshagen Mehr Sonne für neuen Markt gewünscht

Die neue Planung für den Ortskern in Kronshagen löst keinen Proteststurm aus. Das Interesse an dem Zukunftsprojekt ist aber groß. Das wurde am Dienstagabend bei der Information der Gemeinde deutlich, zu der rund 200 Einwohner kamen. Umstritten bleibt die Lage des künftigen Marktplatzes.

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Sanierungsfall: Die Elac-Häuser im Ortskern werden abgerissen. Im Winkel Kieler Straße/Kopperpahler Allee soll der neue Marktplatz entstehen.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Bürgermeister Ingo Sander (CDU) setzte auf Information. Die nunmehr 25-jährige Planungsgeschichte sollte dargestellt, die Bürgerbeteiligung skizziert und das Ergebnis des Architektenwettbewerbs noch einmal anschaulich erläutert werden. Barbara Hagen-Bernhardt moderierte diesen Abend souverän. Gleich zu Beginn machte der Bürgermeister deutlich, dass er die Ortskernentwicklung für eine große Chance halte, da Kronshagen durch die Städtebauförderung zwei Drittel der Kosten von Bund und Land mitfinanziert bekomme.

 Nicht alle Bürger sind von den Details der Planung begeistert. Zu ihnen gehört auch Ottonie Habura-Flüh, die im Frühjahr mit anderen zusammen eine Initiative gründete und 300 Unterschriften sammelte, nachdem sie in politischen Sitzungen das Gefühl beschlich, „dass auf unsere Fragen nicht eingegangen wurde“. Ihr Kritikpunkt: „Der vorgestellte Plan entwirft keine Raumsituation, die zum Verweilen einlädt.“ Der künftige Marktplatz im Winkel von Kieler Straße/Kopperpahler Allee werde durch das am Westrand geplante Wohn- und Geschäftsgebäude nachmittags und abends verschattet. „Er ist das Herzstück des Ortskerns, wo Kommunikation und Begegnung stattfinden. Die meisten Menschen haben dafür erst nachmittags und abends Zeit.“

 Ute Hertling, Landschaftsarchitektin im Siegerbüro Hahn, Hertling, von Hantelmann aus Hamburg, wies auf eine Schattenstudie hin: „Auf dem Platz scheint bis 15/16 Uhr die Sonne, nicht nur im Juli“. Zudem werde es hinter dem Gebäude einen grünen Hof mit „toller Westsonne“ geben. „Für uns ist der Marktplatz nicht primär ein Ort der Ruhe, sondern ein lebhafter Raum im pulsierenden Leben“, sagte die Architektin.

 Auch Michaela Riepe, einzige Bürgerin im Preisgericht des Wettbewerbs, verteidigte die Nord-Süd-Ausrichtung des Marktplatzes. „Die Einstimmigkeit war beeindruckend.“ Als Vorzüge nannte sie die Blickachse zum Rathaus und die ruhige Raumeinfassung mit Bäumen. Auch Bürgervorsteher Bernd Carstensen (CDU) lobte den Entwurf, weil er die sichtbare Fläche des Ortskerns vergrößere und die ortsbildprägenden Gebäude mit einbeziehe.

 Habura-Flüh wünschte sich, dass die Bürger noch einmal beteiligt werden und über verschiedene Entwürfe abstimmen können. Doch das ist nach Angaben des Bürgermeisters jetzt auf der „Zielgeraden“ und nach der breiten Bürgerbeteiligung nicht mehr möglich, ohne die Städtebauförderung zu verlieren. Die Eckpunkte seien gesetzt. „Ein Zurück-auf-Los wäre ein kompletter Neustart nach 25 Jahren Planung“, warnte Sander und erhielt dafür großen Applaus.

 Dennoch rief er die Bürger dazu auf, sich weiter zu beteiligen. Noch seien nicht alle Details in Stein gemeißelt.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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