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Mit „Atemlos“ von Brux zum Bahnhof

Westensee Mit „Atemlos“ von Brux zum Bahnhof

Das angemietete Hotel Falkenhof im Westenseer Ortsteil Brux steht nicht mehr leer. Das Amt Achterwehr bringt dort bereits 22 Asylsuchende unter. Platz ist noch für weitere 28. Um die Menschen in dem abgelegenen Bereich zu betreuen, hat das Amt einen Flüchtlingskoordinator und einen Hausmeister eingestellt.

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Anas Haj Jassen (18) lebt seit August in diesem Doppel-Zimmer im Hotel Falkenhof in Brux. Er kann sich mit Füchtlingskoordinator Frank Deisemann bereits auf Deutsch unterhalten.

Quelle: Torsten Müller

Westensee. Achterwehr/Westensee. Das Hotel Falkenhof im Westenseer Ortsteil Brux steht nicht mehr leer. Das Amt Achterwehr bringt dort bereits 22 Asylsuchende aus verschiedenen Ländern unter. Platz ist noch für weitere 28. Um die Menschen in dem abgelegenen Bereich zu betreuen, hat das Amt einen Flüchtlingskoordinator und einen Hausmeister eingestellt.

 In dieser Woche zogen vier neue Flüchtlinge im Falkenhof ein. Die Hotelzimmer sind meist mit Betten für zwei Personen ausgestattet. In der Hotelküche wurden fünf Herde für die Selbstversorgung installiert. „Hier gibt es alles: von der Essen-Zubereitung in der Fritteuse bis hin zur Kochshow“, sagt Frank Deisemann, seit Oktober Flüchtlingskoordinator im Amtsbereich. Tagsüber ist es im dem großen Gebäude überraschend still. „Die Bewohner sind zum Integrations- oder Sprachunterricht, meist in Rendsburg“, klärt Deisemann auf.

 Damit die Flüchtlinge morgens zur Bahnstation in Felde gelangen, hat das Amt einen Kleinbus geleast. Mitarbeiter der Amtsverwaltung wechseln sich dabei ab, Bewohner zu transportieren. Um 7.30 Uhr startet der Wagen in Brux, um 7.45 Uhr sammelt er auch Bewohner des Felder Seegartens ein. Diese Unterkunft ist mit 29 Asylsuchenden bereits voll belegt. Marc Reiser übernimmt den Shuttle-Dienst häufiger. Neulich sei dabei im Radio gerade „Atemlos“ von Helene Fischer zu hören gewesen. „Alle Syrer sangen begeistert auf Deutsch mit“, erzählt er.

 Anas Haj Jassen kann den Shuttle nicht nutzen. „Ich muss schon um 7.45 Uhr zum Unterricht in Rendsburg sein“, erzählt der 18-jährige Syrer, der im August von einer Kieler Erstaufnahme-Einrichtung in den abgelegenen Falkenhof kam. Er pendelt mit dem Rad zwischen Brux und Brandsbek – an regnerischen Tagen macht das nicht wirklich Spaß. Den Unterricht in Rendsburg nutzen viele Flüchtlinge, um Lebensmittel einzukaufen.

 Amtsdirektor Joachim Brand ist über die Lösung mit den Fahrdienst nicht glücklich, zumal die Verwaltung derzeit personell wenig Kapazitäten frei hat. Die Hoffnung, dass die Flüchtlingsinitiative diese Aufgabe übernehmen könnte, ist zerplatzt. Sie betreut die Bewohner aber intensiv. Brand rechnet damit, dass das Amt noch weitere Menschen in Brux unterbringen muss. „Wir haben bisher vergleichsweise wenige aufgenommen“, sagt er. Derzeit verfügt das Amt noch über 67 freie Plätze. Durch die zunehmende Auslastung der beiden größeren Liegenschaften können die acht Amtsgemeinden aufatmen: Die Amtsumlage muss wegen der Flüchtlinge nicht erhöht werden.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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