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Schulbus fährt weiter bis Silvester

Kronshagen Schulbus fährt weiter bis Silvester

Atempause für Schüler und Eltern am Schulzentrum in Kronshagen: Der umstrittene Schulbus, der die Kinder seit Jahren nach der siebten Unterrichtsstunde zurück in die Gemeinden des Amtes Achterwehr bringt, ist bis zum Jahresende gesichert.

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Bedarf für den Schulbus nach der 7. Stunde ist da, aber der Kreis sieht die Finanzierung durch die Satzung nicht gerechtfertigt. Bis zu 53 Kinder nutzen ihn täglich.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Der Regionalentwicklungsausschuss des Kreises Rendsburg-Eckernförde hat die Entscheidung über den Fortbestand am Mittwoch vertagt und der Verwaltung stattdessen weitere Prüfaufträge erteilt. Dabei geht es auch um juristische Fragen, die Eltern kaum nachvollziehen können. So ist es für den Kreis noch unklar, wie denn die Umstiegszeit während der Rückfahrt nach der siebten Stunde (Abfahrt 14.20 Uhr) bewertet werden soll. In Achterwehr müssen die Kinder nachmittags 53 Minuten auf den weiterführenden Bus nach Felde und Westensee warten; er fährt erst um 16.26 Uhr von der Bullenkoppel ab. Ist das reine Wartezeit oder kann diese der Fahrzeit zugerechnet werden?

 Unbeantwortet ist derzeit auch die grundsätzliche Frage, ob die Politik überhaupt beschließen kann, den Bus weiterfahren zu lassen? Der Kreis sieht den Bus nach der siebten Stunde als Zusatzfahrt an, dessen Finanzierung durch die geltende Schülerbeförderungssatzung nicht gerechtfertigt sei. Seit 2009 trägt der Kreis zwei Drittel der Kosten, konkret 11700 Euro pro Jahr. Volker Breuer, Fachdienst Regionalentwicklung, weist darauf hin, dass dies seinerzeit unter anderer personeller Besetzung entscheiden worden sei. Die Behörde hat diese Praxis bisher aber jedes Jahr neu bestätigt. Erst bei einer Überprüfung fiel auf, dass der Bus laut Satzung unberechtigt finanziert wird. Nach dieser Regelung ist eine Wartezeit von bis zu 90 Minuten zumutbar. Lediglich Kinder aus Westensee müssen offenbar länger warten.

 Parallel zur Beantwortung dieser Fragen werden die Autokraft und die Schulen aufgefordert, nach jeweiligen Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. Norbert Sieverding, Leiter des Gymnasium Kronshagen, ist enttäuscht: „Überlegungen aus schulischer Sicht finden keinen Niederschlag.“ Es gehe darum, die Buchstaben einer „skurrilen Satzung“ zu erfüllen. Dazu gehört auch eine weitere formale Erkenntnis der Rendsburger Behörde: Für Kinder aus Westensee, Felde, Quarnbek und Krummwisch seien das Gymnasium und die Gemeinschaftsschule in Kronshagen gar nicht die nächstgelegenen Schulen. Diese lägen in Kiel-Mettenhof. Nach Angaben von Volker Breuer spielt dabei keine Rolle, dass es in Mettenhof gar kein G8-Gymnasium wie in Kronshagen gibt.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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