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Viele offene Fragen zur Schulfusion

Kronshagen Viele offene Fragen zur Schulfusion

Die Stühle reichten nicht aus, der Ratssaal musste zum Flur geöffnet werden. Die mögliche Zusammenlegung der beiden Grundschulen in Kronshagen führte am Dienstagabend in gemeinsamer Sitzung des Schul- und Sozialausschusses viele besorgte Eltern auf den Plan. Sie nutzten die Fragestunde zur Diskussion.

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Voller Ratssaal: Die mögliche Zusammenlegung beider Grundschulen mobilisierte viele Eltern. Sie konnten im Schulausschuss Fragen stellen – etliche davon blieben aber noch unbeantwortet.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Gleich zu Beginn appellierte ein Vater an die Runde, „bei diesem Thema die Nerven zu behalten“. Es bestehe die große Gefahr, dass sich Kronshagen entzweie und in zwei Lager spalte. Auch Bürgermeister Ingo Sander (CDU) registriert derzeit eine „sehr emotionale Debatte“. Sie gehe quer durch Straßenzüge, befreundete Familien und die Herzen der Grundschüler. Zudem gebe es „zu viele Gerüchte, zu viele Unsicherheiten und teilweise gegenseitige Vorwürfe“.

 Mit einer Bestandsaufnahme versuchte Sander, die Diskussion zu versachlichen. Aus seiner Sicht haben die Kinder beider Grundschulen nicht mehr „die gleichen Bildungs- und Entwicklungschancen“. Daraus ergebe sich eine „soziale Verpflichtung zum Handeln“. Die Situation an der Brüder-Grimm-Schule werde immer schwieriger. Das liege nicht nur an dem hohen Anteil von Flüchtlingskindern. Die freie Schulwahl der Eltern, die gesetzlich verankert und gerichtlich bestätigt sei, mache es unmöglich, Kinder auf Schulen zu verteilen. Dadurch verschärfe sich die Situation; die Eltern stimmten mit den Füßen ab.

 Nach Angaben des Bürgermeisters sind sich Schulamt und Ministerium einig, dass diese Situation „nur durch eine Fusion zu korrigieren“ sei. Sie könnte grundsätzlich bereits zum kommenden Schuljahr vollzogen werden und mit den künftigen Erstklässlern beginnen. Bestehende Klassen seien davon nicht betroffen. Sander wies darauf hin, dass das Ministerium die Schulen beim Prozess der Zusammenlegung fachlich unterstützen werde. An der Wahl des künftigen Schulleiters wären Gemeinde und Eltern allerdings nur im Falle der Neugründung einer Schule beteiligt.

 Die politischen Fraktionen führen bereits Gespräche mit Kollegien und Elternbeiräten beider Schulen. Der Bürgermeister räumte ein, dass es noch zu wenige Antworten auf gestellte Fragen gebe. Mehr Auskünfte erhofft er sich vom Ministerium Anfang November in einem Informationsabend, an dem Elternbeiräte, Lehrkräfte und Fraktionen teilnehmen. Andrea Linfoot (CDU), Vorsitzende des Schulausschusses, betonte: „Wir sind in einem Prozess. Es ist noch keine Entscheidung gefallen.“

 Eltern der Eichendorff-Schule forderten, die Interessen aller Eltern zu berücksichtigen. Zudem gibt es Skepsis, ob eine „riesengroße Schule“ überhaupt allen Kindern gerecht werden könne. Neben einer Zusammenlegung sollten auch andere mögliche Konzepte überlegt werden. Es könnte aus Sicht von Eltern eine Hilfe sein, die Brüder-Grimm-Schule wie zuvor die Eichendorff-Schule baulich attraktiver zu machen und die Integrationsarbeit zu stärken.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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