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Unterricht auf dem Laptop

Gymnasium Kronshagen Unterricht auf dem Laptop

Die digitale Welt hat die Schüler am Gymnasium Kronshagen nicht verändert – den Unterricht aber schon. Die Klasse 10a setzt statt Schulbücher, Hefte und Kugelschreiber ihre eigenen mobilen Endgeräte – Laptops, Netbooks und Tablets – ein, um sich Wissen zu erarbeiten und Hausaufgaben zu machen.

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Auch in den Arbeitsgruppen kommen die kleinen Rechner zum Einsatz (von links): Brian, Hans, Kaja, Sarah und Louise.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. Wer keinen eigenen Laptop einsetzen konnte, bekam einen vom Gymkro gestellt. Für Kaja war die Umstellung nicht schwer: „Auch vorher hatte ich schon mal längere Hausaufgaben in Word getippt.“ Kurze Notizen macht sie sich aber durchaus weiterhin auf Papier. Lennart schätzt die Vorzüge der neuen Technik: „Die Recherche ist leichter und schneller.“ Auch Lehrer Nils Westphal sieht Verbesserungen im Unterrichtsalltag: Er muss kein Material mehr kopieren und damit Umwelt sowie Schuletat belasten. Er kann Arbeitsblätter über den schuleigenen Server hochladen und jedem Schüler zur Verfügung stellen. Das Bild der digitalen, interaktiven Tafel lässt sich als Fotodatei abspeichern. „Es bleibt mehr Zeit für Diskussion und Bewertung“, hebt Westphal hervor.

 Selbst Schüler, die abwesend sind, profitieren. Sie können über das Netzwerk von jedem Ort der Welt auf die jeweiligen Unterrichtsmaterialien zugreifen. Sarah nutzt die täglich zweieinhalbstündige Busfahrt von und zur Schule, um Hausaufgaben zu machen – der Laptop ermöglicht ortsungebundenes Lernen und neue Darstellungsformen. Im Sport lassen sich per Video Bewegungssequenzen analysieren.

 Aber natürlich läuft in einer Laborklasse nicht alles rund. „Bestimmte Laptops stürzten ständig ab. Das war nervig“, stöhnt Greta. In Physik gleich mit Excel-Tabellen zu arbeiten, fand Bjarne nicht ganz einfach. Auch unterschiedliche Dateiformate waren am Anfang ein Problem. Gefordert sind auch die Lehrkräfte. Sie müssen zwar keine IT-Spezialisten sein, aber damit der digitale Unterricht reibungslos ablaufen kann, ist es hilfreich, wenn sie kleinere Störungen selbst beheben können. Unterstützung in der Qualifizierung könnte ein schuleigener Trainingsraum leisten.

 Der Einsatz moderner Technik im Unterricht ist nicht Selbstzweck, sondern Teil des Bildungsauftrags, zu dem auch das digitale Lernen und der kritische Umgang mit Medien gehört. „Kulturtechniken muss man erlernen“, sagt Westphal. Jedes Fach liefere einen Beitrag zum digitalen Lernen. Mit eigenem Server, stabilem WLAN, interaktiven Tafeln sowie Mailadressen für sämtliche Schüler und Lehrer sieht sich das Gymnasium gut ausgestattet. Ein Engpass könnte jedoch die Internetleitung werden, die noch nicht aus Glasfaserkabel besteht. Im Sommer soll bereits die nächste Klasse ans Netz gehen, voraussichtlich zum Schuljahr 2020/21 werden wohl alle Schüler digital lernen.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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