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Ein Modellversuch wurde zum Erfolg

Lebenswelt Schule Ein Modellversuch wurde zum Erfolg

Vor zehn Jahre startet in Bad Bramstedt als eine von bundesweit vier Modellkommunen die "Lebenswelt Schule". Seitdem gibt es Ganztagsschulen, Mensen, Sozialarbeit. Insgesamt wurde die Lebenswelt zu einem Erfolg, was am Wochenende mit Empfang und Kinderfest auf der Schlosswiese gefeiert wurde.

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Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach inmitten des Lebenswelt-Schule-Chores: Die rund 150 Kinder aus den dritten und vierten Klassen hatten nur zweimal für ihren großen Auftritt beim Kinderfest geprobt.

Quelle: Jann Roolfs

Bad Bramstedt. Vor zehn Jahren war das Projekt etwas Besonderes, daran erinnerte Maja Hornberger die knapp 100 Gäste des Empfangs in der Mensa der Jürgen-Fuhlendorf-Schule (JFS). Als Leiterin der Kieler Regionalstelle der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) half Hornberger mit, als Bad Bramstedt die Vernetzung der Bildung startete. Die Stadt war damals eine von vier Modell-Kommunen bundesweit; Vorlagen gab es keine – aber Eltern, die ihre Kinder von 7 bis 17 Uhr in der Schule betreut wissen wollten. Als deren Vertreterin an der Grundschule Am Bahnhof kniete sich Carola Mann in die Organisation. „Es zahlte sich aus, dass Bad Bramstedt ein Dorf ist“, bilanzierte sie: Jeder kennt jemanden, der jemanden kennt, und so entstand „auf dem kleinen Dienstweg“ die Mischung aus pädagogischer Betreuung, Kursangeboten, Hausaufgabenhilfe und sozialer Unterstützung, die heute die Lebenswelt Schule ausmachen.

Der Bramstedter Verband des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) übernahm schließlich die Trägerschaft für das Projekt, „das hat uns sehr geholfen“, befand Mann. Ans Gymnasium JFS konnte das Konzept später eins zu eins übertragen werden, heute zieht es sich von der Krippengruppe bis zum Abitur.

Bürgermeister aus den umliegenden Dörfern, alle Bramstedter Schulleiter, Schulrat Volker Struve und Hans Stäcker aus dem Bildungsministerium – ein gebürtiger Bad Bramstedter – sowie Lokalpolitiker und Kita-Leiterinnen waren zum Gratulieren gekommen. Sie feierten mit Sekt, Häppchen, Musik, Ausstellung und Talkrunden auf der Bühne das Projekt, das zum Erfolgsmodell wurde. „Sie können stolz sein“, bescheinigte den Bramstedtern Christine Braun, die Leiterin der Kreis-Musikschule. Sie hob vor allem das „große Miteinander“ hervor.

Maja Hornberger von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung lobte ausdrücklich die Rolle von Bad Bramstedts Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach: „Er hat verstanden, dass es nicht von allein geht“ und sich dafür eingesetzt, eine hauptamtliche Bildungsvernetzerin einzustellen. Das war bis März Helga Supola, die sich ebenfalls über das „Wir-Gefühl“ bei allen Beteiligten freute. Als Nachfolgerin hat ihren Job Sonja Köfer übernommen.

Christina Leonhardt vom Kinderschutzbund, Koordinatorin für die Kursangebote, verdeutlichte mit Zahlen den Erfolg von Lebenswelt Schule: Im Schuljahr 2010/11 wurden im Ganztagsschulangebot an den fünf Schulen (am Bahnhof, am Storchennest, Maienbeeck/Wiemersdorf, Hitzhusen/Weddelbrook und Bramau-Schule) 280 Kinder betreut, heute sind es 455, mehr als die Hälfte aller Schüler. Die Zahl der Betreuungsstunden hat sich im gleichen Zeitraum von 2600 auf mehr als 6000 vervielfacht.

Das Kinderfest am Sonnabend auf der Schlosswiese hatte noch am Freitag wegen Dauerregens auf der Kippe gestanden. Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach hatte erwogen es abzusagen. Doch püntlich zum Beginn verzog sich der Regen und die Wiese wurde voll wie selten. Schulen, Kitas, die Verkehrswacht, der Wildpark Eekholt - etliche beteiligten sich an einem bunten Programm und am Ende tragen der Lebenswelt-Schule-Chor mit 150 Kindern vor dem Schloss auf.

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