22 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Dieser Chor traf einen Nerv

20 Jahre „Trubadix“ Dieser Chor traf einen Nerv

Das Repertoire war ungewöhnlich, als vor 20 Jahren junge Segeberger einem Aufruf der angehenden Lehrerin Anke Rosbach folgten. „Badewannengesang“ sei gefragt, hieß es in der Anzeige. Ein Jubiläumskonzert im Bürgersaal am 1. Oktober zeichnet den Weg zu einem der Vorzeigechöre Bad Segebergs nach.

Voriger Artikel
500 helfen krankem Mädchen
Nächster Artikel
In der Gruppe weg vom Joint

Der Chor Trubadix hat auch im 20. Jahr noch viel Spaß miteinander und mit Leiterin Anke Rosbach.

Quelle: dsn

Bad Segeberg. „Mit einfachen Chorsätzen von Hits wie ,Lollipop’ und ,Barbara Ann’ fing es an“, berichtet Anke Rosbach. Denn anders als andere Chöre wollte sich der neue Chor der Kreismusikschule Segeberg, dessen Name „Trubadix“ an den Musiker „Troubadix“ aus dem Asterix-Comic erinnert, ganz der modernen Musik widmen. Ein Abenteuer war es für alle Beteiligten; für Anke Rosbach war es ihr erster Chor, und die Sänger atten wenig Ahnung von Noten und anderen musikalischen Parametern. Doch das tat dem Vergnügen keinen Abbruch. Kaum gegründet, zählte der Chor 42 Sänger, bald sogar 90. „Es traf wohl einen Nerv“, sagt Anke Rosbach.

 Mit den Jahren steigerte sich der Chor. Zu Popsongs kamen Jazz und afrikanische Gospels. Noten kann immer noch nicht jeder. „Aber ich sehe, wenn es hoch und runter geht,“ sagt Holger Schwarz (Bass). Und der Rhythmus? „Ihr habt das Metrum in der Hacke“, gibt Anke Rosbach bei „Give a Little Bit“ die Antwort.

 Die Doktorin der Erziehungswissenschaften ersinnt immer wieder Neues, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. „Gospels werden nicht dirigiert, die werden getanzt“, sagt sie. Und damit der Sound stimmt, hat sie sich und dem Chor die „Complete Vocal Technique“ angeeignet. „Dabei sorgt die einheitliche Zungenstellung für einen Klang, der für Pop und Jazz gebraucht wird.“ Heldentenor und Vibrato werden hier nicht gebraucht.

 „Anke verlangt uns viel ab“, sagt Sängerin Andrea Busch. So wird bei den Konzerten auswendig gesungen. Wichtig ist auch das Miteinander. Freizeiten und Ausfahrten haben den Chor zusammengeschweißt. Freundschaften sind gewachsen, man besucht gemeinsam Konzerte. Sogar eine Hausmusikgruppe ist entstanden.

 Auch mit anderen Ensembles wird Gemeinschaft gepflegt, ob bei Konzerten mit der Segeberger Bigband, dem Ensemble Stillos, Schulchören oder bei Veranstaltungen wie „Segeberg singt“, bei der Trubadix auch im kommenden Jahr wieder dabei ist.

 Sich vom Chor zu trennen, kommt kaum einem in den Sinn. „Als wir uns gründeten, waren wir Ende 20 bis Mitte 40. Älter durfte keiner sein“, schmunzelt Andrea Busch. Jetzt ist der älteste 70, der jüngste 30. Wer Lust hat mitzusingen, ist willkommen. Geprobt wird im Musikraum der Franz-Claudius-Schule donnerstags ab 20 Uhr. Vorsingen muss man nicht. „Wichtiger ist, sich selbst und die anderen hören zu können“, sagt Anke Rosbach.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3