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200 Bußgelder - kein einziges bezahlt

Straßenstrich an der B206 200 Bußgelder - kein einziges bezahlt

Seit drei Jahren bieten Prostituierte an der B 206 im Kreis Segeberg vorbeifahrenden Freiern ihre Liebesdienste an. Das ist illegal, es wurden Strafen ausgesprochen, aber nie bezahlt. Nun kapituliert der zuständige Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV).

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Mindestens 200 Mal verhängten Behörden Bußgelder gegen die Prostituierten an der B 206 - vergeblich.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Der Rechtsstaat gerät offenbar an seine Grenzen. Mindestens 200 Mal verhängten Behörden Bußgelder - vergeblich. Wegen des großen, aber ergebnislosen Aufwands stellt der LBV die Verfahren ein. Die Polizei will dagegen weiter gegen die Prostitution an der B 206 vorgehen. Denn sie gilt als „unerlaubte Sondernutzung“, sagt Nico Möller, Pressesprecher der Polizeidirektion Bad Segeberg.

Polizei kontrolliert weiterhin

Regelmäßig werde an den Parkplätzen Streife gefahren, erläutert Möller. Falls die Polizisten Prostituierte antreffen, werde eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit gefertigt, eventuell auch ein Platzverweis verhängt. In seltenen Fällen wird nach seinen Angaben eine Frau in Gewahrsam genommen, also woanders hingefahren oder auf die Wache gebracht. Wie die Ordnungswidrigkeiten weiter verfolgt werden, liegt in den Händen des LBV. Er ist für die Parkplätze zuständig.

Bußgeldbescheide erreichen Empfängerinnen nicht

Der Landesbetrieb untersteht dem Landesverkehrsministerium. Dessen Pressesprecher Harald Haase bestätigt, dass der LBV mehrere Dutzend Verfahren betrieben habe. Es seien auch Mahngebühren verhängt worden. In früheren Stellungnahmen der Behörden war von 100 Euro Bußgeld die Rede gewesen, in einem zweiten Schritt von 150 Euro, jeweils plus 25 Euro Bearbeitungsgebühr.

Doch gezahlt hat keine einzige Prostituierte. Weil kein Wohnort ermittelbar war. Oder die Frauen Briefe nicht beantworteten. Das Fazit: Viel Aufwand, kein Geld. Das Ministerium sei mit seinen rechtlichen Instrumenten am Ende, sagt Pressesprecher Haase. Zuletzt haben sich nur noch wenige Prostituierte blicken lassen, und die eher selten. Meist warten sie auf dem Parkplatz in Höhe Hartenholm auf Kunden. Viele Kolleginnen hatten den Rückzug angetreten, nachdem die Polizei im Sommer 2015 begonnen hatte, eine härtere Linie zu fahren.

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