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Viel Sympathie für Erzieherinnen

Kita-Streik in Bad Segeberg Viel Sympathie für Erzieherinnen

Mit Trommeln, Trillerpfeifen und Rasseln zog am Mittwoch ein Zug von gut 250 Demonstranten durch Bad Segeberg. Erzieherinnen und Kita-Mitarbeiter, Eltern und Kinder brachten lautstark zum Ausdruck, dass für ihre wichtige Arbeit zu wenig bezahlt wird.

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Vom Treffpunkt in der Nähe des Bahnhofs zogen die gut 250 Demonstranten gestern lautstark in Richtung Marktplatz und von dort zum Rathaus.

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. In ganz Deutschland wird zurzeit in Kindergärten und Kindertageseinrichtungen für mehr Lohn und auch mehr Anerkennung für pädagogische und soziale Arbeit gestreikt.

„Kinder sind unsere Zukunft – was sind sie euch wert?“ stand auf einem Transparent zu lesen, auf einem anderen „Erziehung ist mehr als man sieht!“ Denn neben der bundesweiten Forderung der Gewerkschaften Verdi und GEW, für rund 240000 Beschäftigte eine bessere Eingruppierung und damit im Schnitt zehn Prozent mehr Lohn und Gehalt zu beschließen, geht es für die Streikenden auch um ihr Berufsbild in der Öffentlichkeit.

Alexander Wagner (SPD), der bei der Kundgebung vor dem Bad Segeberger Rathaus einer der Redner war, zitierte seinen Genossen, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der vor Kurzem sagte: „Wäre diese Arbeit ein Männerberuf, würden wir diese Debatte gar nicht führen.“ Tatsächlich sei es aber so, dass in ganz Deutschland der Anteil von Männern im Erzieherberuf bei unter 2,5 Prozent liege, erklärte Wagner. Die „Stigmatisierung Frauenberuf“ müsse überwunden werden. Er persönlich nehme wahr, dass die Solidarität und Akzeptanz in der Bevölkerung für den Streik in Kitas und Kindergärten groß ist – „auch bei betroffenen Eltern.“

Rudolf G. Beeth (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses im Kreistag und Verdi-Kreischef, zeigte sich erfreut, dass die Demonstranten auch Bad Segeberg als Kundgebungsort ausgewählt hatten. „Eure Forderung ist berechtigt“, wandte er sich an die Streikenden. Die Arbeit der Erzieherinnen sei „es wert, dass wir da Geld hineinstecken“, sagte Beeth.

Für die städtische Bad Segeberger Kindertagesstätte Christiansfelde war unter anderem Erzieherin Jana Trottenburg (29) zur Demo gekommen. Sie schilderte am Mikrofon die Lage an ihrem Arbeitsplatz. Nur ein Drittel der gesamten Belegschaft beteilige sich am Streik, berichtete sie. „Unsere Kolleginnen, die nicht streiken, bitten um Verständnis dafür, dass sie weiterarbeiten“, sagte Jana Trottenburg. „Und wir kämpfen für Verständnis für unsere Forderungen.“

Die Situation an ihrem Arbeitsplatz sei nicht einfach. Der Dauerstreik in Kindertageseinrichtungen in Norddeutschland könnte laut Verdi bis Mitte Juli fortgesetzt werden. In Hamburg und Schleswig-Holstein hatte es in den vergangenen Tagen mehrere Kundgebungen mit bis zu 2000 Demonstranten gegeben.

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