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Wir-Gefühl, Gottesdienst und Geschichte

800 Jahre Schackendorf Wir-Gefühl, Gottesdienst und Geschichte

Schackendorf im Ausnahmezustand: An drei Tagen wurde das 800-jährige Bestehen gefeiert. Rund um den Dorfplatz gab es Musik und Aktionen. Bei einem Zeltgottesdienst wurden zwei Kinder getauft, und auch die Dorf-Geschichte kam nicht zu kurz. Zwei Jahre lang war das Fest vorbereitet worden.

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Segebergs neuer Pastor Martin Schulenburg, in dessen Zuständigkeit auch Schackendorf fällt, hielt am Sonntag im Festzelt den Jubiläumsgottesdienst. Bei dieser Gelegenheit wurden auch gleich zwei junge Schackendorfer getauft: Linus Kamann und Nicolai Edler (beide 2 Jahre alt).

Quelle: Thorsten Beck

Schackendorf. Einem echten Freiherrn blieb es vorbehalten, das Wort des Wochenendes zu sprechen: „Schackendorf ist der Nabel der Welt.“ Kurz und bündig – begleitet natürlich von einem kleinen Augenzwinkern – erklärte Hans Thomas von Meerheimb, Geschäftsführer von Gutshof-Ei, warum sich Deutschlands Marktführer vor knapp vier Jahrzehnten im Dorf angesiedelt hat und warum es ihm auch zukünftig die Treue halten will. Der Unternehmer war Gast einer kleinen Talkrunde mit NDR-Moderator Jan Bastick, die am Freitagabend den Auftakt für die dreitägige 800-Jahr-Feier bildete.

 Rund zwei Jahre lang hatte ein lokaler Festausschuss auf dieses besondere Datum hingearbeitet, der in den vergangenen Wochen vornehmlich bei Programmgestaltung und Logistik von der Bad Segeberger Agentur Kalkberg Konsorten um Michael Meier unterstützt wurde. Viel Live-Musik, allerlei Aktionen zum Mitmachen und verschiedene Vorführungen, darunter eine Rettungsübung der Freiwilligen Feuerwehr, bestimmten das Geschehen rund um den Dorfplatz.

 Dort wartete am Sonntag noch ein ganz besonderer Höhepunkt auf Einheimische und Besucher: ein Gottesdienst im Festzelt mit dem neuen Segeberger Pastor Martin Schulenburg, der bei dieser Gelegenheit auch noch zwei kleine Schackendorfer taufte. Die Eltern von Nicolai Edler und Linus Kamann, beide zwei Jahre alt, hatten sich das ungewöhnliche Ambiente für diesen Schritt ausgesucht. Für einen besonders feierlichen Rahmen sorgte der Segeberger Posaunenchor.

 Segebergs Landrat Jan Peter Schröder hatte den Schackendorfern schon im Rahmen der offiziellen Eröffnung in seinem Grußwort bescheinigt, aus der guten Verkehrslage ihres Ortes (die auch der Gutshof-Ei-Chef mit dem Wunsch herausstrich, bei den Autobahnen 20 und 21 möge es doch bitte bald weitergehen) das Beste gemacht zu haben. Unverzichtbar für eine dörfliche Gemeinschaft sei und bleibe das Ehrenamt, was sich auch beim Jubiläum wieder einmal zeige. Ein Gedanke, den die Vorsteherin des Amtes Trave-Land, Gretel Jürgens, gleich aufgriff: Sie betonte insbesondere das „Wir-Gefühl“, das in Schackendorf mit seinen aktuell rund 820 Einwohnern noch immer sehr lebendig sei.

 Und damit auch alle erfahren, was genau und warum sie eigentlich so groß feiern, hatte Dorfchronist Klaus Gröhn (erstmals in seinem Leben mit Headset ausgestattet) aus seinen rund 12000 Dias eine aussagekräftige Auswahl getroffen und nahm die Leute im voll besetzten Zelt mit auf eine ebenso kenntnisreiche wie unterhaltsame Reise in die Geschichte des Ortes, der erstmals im Jahr 1216 urkundlich erwähnt wurde – seinerzeit allerdings noch unter dem Namen „Schakkendorpe“. Dass die Siedlung damals eine Art Geschenk des Bischofs an das Kloster Segeberg war, hat man der Kirche über die Jahrhunderte hinweg offenbar verziehen.

 800 Jahre später ging es ohnehin eher um eines: ordentlich zu feiern. Dass sich Petrus bis in den späten Sonnabend hinein nicht so wirklich dazu entschließen konnte, die himmlischen Schleusen komplett zu schließen, tat der Stimmung insbesondere am zweiten Tag keinen Abbruch. Die Coverband Second Take jedenfalls sorgte bis in den frühen Sonntagmorgen hinein für eine stets gut gefüllte Tanzfläche. Dennoch fiel manchen der verpflichteten Live-Musiker, vor allem den Ein-Mann-Kapellen, die undankbarste Aufgabe zu. Sie lieferten bisweilen eher eine Art musikalischer Hintergrunduntermalung für die angeregten Gespräche.

 Während am Sonntag nach einer letzten großen Trommelshow vieler Schackendorfer Kinder auf der Bühne mit den Aufräumarbeiten begonnen wurde, bleibt ein Aspekt des Jubiläums auch künftig im Dorf sichtbar: Es gab nämlich noch eine dritte Taufe. Gemeinsam mit Bürgermeister Alexander Scheffler und Mitarbeiter Tim Schümann taufte WZV-Vorsteher Jens Kretschmer ein Fahrzeug der orangefarbenen Flotte auf den Namen „Schackendorf“ – die 15. Aktion dieser Art, mit der die Verbundenheit zu den 94 Mitgliedsgemeinden dokumentiert werden soll.

 „Wenn Schackendorf feiert, dann richtig!“, hatte der Bürgermeister eingangs als inoffizielles Motto ausgegeben. Und eines darf nach drei Tagen Programm festgehalten werden: Zum Nabel des Kreises Segeberg hat es das Dorf mit vereinten Kräften am Wochenende auf jeden Fall geschafft.

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