9 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Nach Jahren endlich der Abriss

A20-Bau bei Bad Segeberg Nach Jahren endlich der Abriss

Ursprünglich hatten die Bagger 2012 schon einmal anrollen sollen, um die schon lange vorher leerstehenden Gebäude mit der Adresse Christianshof 1 und 3 sowie 3a an der Ortsgrenze zu Klein Gladebrügge dem Erdboden gleichzumachen. Passiert ist seither nichts. Mitte dieses Monats soll es nun aber soweit sein.

Voriger Artikel
Kripo sucht mutmaßlichen Täter
Nächster Artikel
Baustelle zieht sich hin

Die Gebäude am Christianshof zwischen Bad Segeberg und Klein Gladebrügge stehen schon seit vielen Jahren leer. Das Land hat sie einst von den Eigentümern gekauft, weil dort die A20 entlang führen soll. Jetzt werden sie abgerissen.

Quelle: Thorsten Beck

Bad Segeberg. Den Abriss hat die zuständige Niederlassung Lübeck des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein angekündigt. Rund 127000 Euro soll er kosten.

 Wer damit allerdings auf einen zügigen Weiterbau der A20 als Südumgehung rund um Bad Segeberg setzt, wird enttäuscht: Der Bund als Eigentümer komme damit zunächst einmal nur seiner Verkehrssicherungspflicht nach, erklärt Behördenleiter Jens Sommerburg den Grund für den Abriss. Erst Mitte März hatte es im Keller eines der Einfamilienhäuser am Christianshof gebrannt. Die Kripo Segeberg ermittelt und hält Brandstiftung für die wahrscheinlichste Ursache. Ortswehren aus Klein Gladebrügge, Neuengörs, Traventhal und Weede mussten in den frühen Morgenstunden des 12. März anrücken, um das Feuer zu löschen. Seither ist die Brandstelle, auch zuvor immer mal wieder durch Vandalen heimgesucht, von der Landespolizei offiziell beschlagnahmt und mit einem Band abgesperrt.

 Der miserable Zustand der Häuser und der alten Stallungen sowie der immer wieder abgelagerte Müll auf den Grundstücken, die sich seit etlichen Jahren schon im Besitz der öffentlichen Hand befinden, stellten für Menschen eine unmittelbare Gefahrenquelle dar, sagt Sommerburg. Und diese müsse umgehend beseitigt werden. Dass das Betreten des Areals an der Landesstraße 83 in direkter Nachbarschaft zum Gieselteich streng untersagt ist, hält viele offenkundig nicht ab. Sommerburg: „Der Abbruch der Bauten ist damit zwingend erforderlich.“ Mit der Ausführung der Arbeiten ist nach seinen Angaben das Unternehmen Bernd Grabowski GmbH & Co. KG aus Lübeck beauftragt worden.

 In den Gebäuden lebten früher einmal die Familien Böttger, die auf dem Grundstück einen Geflügelhof betrieb, und Klose. Als Mitte der 1990er Jahre die konkreteren Planungen für den A20-Abschnitt zwischen Weede und Wittenborn begannen, wurden die Bewohner vom Land Schleswig-Holstein vor die Wahl gestellt: Verkauf oder Enteignung. Beide Familien fügten sich am Ende in ihr Schicksal – die einen zumindest mit dem Ergebnis der Verhandlungen zufrieden, die anderen voller Groll.

 Dass niemand in unmittelbarer Nachbarschaft der zusehends verfallenden Häuser deren Verschwinden bedauern würde, liegt auf der Hand. Doch was danach kommen wird, und vor allem wann, umtreibt viele Anwohner. Sollte die Trasse der A20 am Ende wirklich so verlaufen, wie vom Land seit Jahren mehr oder weniger stark forciert, würde irgendwann ein rund 370 Meter langes, um die 15 Meter hohes Brückenbauwerk die B206, die Segeberger Straße (L83) und den Gieselteich überspannen. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Weiterbau gestoppt hatte, weil von den Landesplanern weder die Belange der Fledermäuse aus der Kalkberghöhle noch Alternativtrassen hinreichend geprüft worden seien, ist zuletzt wieder Bewegung in die Sache gekommen. Eine Fledermauszählung hat beispielsweise ergeben, dass die Trasse die Tiere nicht übermäßig beeinträchtigen würde.

 Angesichts der vielen Unwägbarkeiten bei Planung und Bau der so genannten Ostsee-Autobahn auf schleswig-holsteinischem Gebiet könnte aber immer noch alles ganz anders kommen. Denn noch steht nicht fest, ob die Naturschutzverbände womöglich auch gegen die neue Planfeststellung klagen werden. So oder so: Die Gebäude am Christianshof werden dann nicht mehr im Wege sein.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Events: Segeberg

Veranstaltungen in
Segeberg. Aktuelle
Termine, News, Infos

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3