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Bahnstrecke wurde 100 Jahre alt

Großenaspe Bahnstrecke wurde 100 Jahre alt

Das Fest war einem 100-jährigen Jubiläum würdig. Mit einem großen Angebot empfing die AKN Hunderte von Besuchern auf dem Gelände des Bahnhofs in Großenaspe, in den 1916 der erste Zug eingelaufen war.

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Als Modellbahn gab es die Großenasper Bahnanlagen von 1998 zu sehen. Die Eisenbahnfreunde Neumünster hatten sie aufgebaut.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Großenaspe. AKN-Vorstand Wolfgang Seybt erinnerte in seiner Begrüßungsansprache daran, welchen technischen Wandel die AKN in den letzten 100 Jahren durchlaufen hat. „Früher fuhren wir mit 40 Stundenkilometern auf der Strecke, heute mit 80 bis 100.“ Gemeint war der Abschnitt von Bad Bramstedt bis Neumünster, der von 1914 bis 1916 für 2,5 Millionen Reichsmark gebaut worden war. Das Fest wurde in Großenaspe gefeiert, weil der Ort auf der Hälfte der Strecke liegt.

 Bürgermeister Torsten Klinger bezeichnete die Anbindung seiner Gemeinde an die AKN als wichtigen Eckpfeiler für die Infrastruktur. „Die öffentlichen Verkehrsmittel gehören zu den wichtigsten Fragen, wenn Bauinteressenten sich über den Ort informieren“, unterstrich Klinger die Bedeutung der AKN für Großenaspe. „Durch die Bahn haben die Bürger persönliche Freiheit dazugewonnen“, sagte Klinger.

 Staatssekretär Dr. Frank Nägele aus dem schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium wies darauf hin, dass die AKN auch für die gute Zusammenarbeit der Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg stehe. Beide halten fast gleiche Besitzanteile an dem Bahnunternehmen. Nägele kündigte an, dass nun auch die letzten rund 60 Aktien, die sich nicht in Landesbesitz befinden, zurückgekauft werden sollen. „Das hat zwar etwas Unruhe gegeben und es wurde von Verstaatlichung gesprochen. Durch die Übernahme der Aktien lassen sich aber künftig Entscheidungen besser treffen“, erklärte der Staatssekretär. Das gilt dann wohl auch für den S-Bahn-Bau von Hamburg bis Kaltenkirchen. Die AKN werde trotzdem weiter bestehen, sagte Nägele.

 Viele Besucher des Bahnhoffestes verbanden mit der AKN Kindheits- und Jugenderinnerungen. „Das war morgens ein richtiges Gruppentreffen“, erzählte Annegret Maaß aus Bad Bramstedt. Sie war jahrelang von Kaltenkirchen nach Neumünster zur Schule mit der AKN gefahren. „Im Zug wurden noch schnell Hausaufgaben ausgetauscht“, erinnerte sich Maaß, die heute selbst Schulleiterin in Hitzhusen ist. In weniger guter Erinnerung ist ihr das frühe Aufstehen geblieben, um rechtzeitig zur Schule zu kommen: „Die AKN hielt an jeder Milchkanne.“

 Ähnliche Erinnerungen hat auch Kerstin Klein: „Wir haben immer gehofft, dass die Schulstunde etwas eher endet, damit wir noch eine AKN früher erwischen und nicht eine Stunde warten müssen.“ Auch sie fuhr als Schülerin täglich von Bad Bramstedt nach Neumünster mit der Bahn. Anna Schulte berichtete: „Meine Kinder Luca, Anna und Noah haben ihre erste Bahnfahrt mit der AKN gemacht: von Boostedt zur Holstentherme nach Kaltenkirchen.“ Für sie sei es eine lustige Erfahrung gewesen, anders als im Auto während der Fahrt nicht angeschnallt zu sein und herumlaufen zu können.

 Für Familie Johannsen mit ihren beiden Kindern Tejay (3) und Justin (5) ist die AKN ein wichtiges Verkehrsmittel. Mutter Alexandra hat keinen Führerschein. „Man kommt überall hin, außerdem lieben die Kinder die Eisenbahnfahrt“, erzählte sie. „Wenn ich nicht schon morgens um 2 Uhr in Nützen anfangen müsste zu arbeiten, würde ich das Auto sogar abschaffen“, ergänzte Vater Sven.

 Doch es gab auch andere Stimmen. „Für mich war die AKN immer nur die letzte Rettung, wenn das Auto defekt war“, erzählte Rentner Manfred Holstenkamp, der lange in Bad Bramstedt berufstätig war. Für die tägliche Fahrt von Neumünster sei das Auto bequemer gewesen.

 Das Programm zum Jubiläumsfest war vielfältig: Beispielsweise hatte der Zoo Neumünster Uhu, Frettchen und Schlange mitgebracht, die Besucher konnten Draisine fahren, Kinder im großen Wasserball laufen, THW, Feuerwehr und Bundespolizei nutzten das Fest für Info-Stände. Seybt dankte der Gemeinde und den vielen örtlichen Vereinen, die sich mit Ständen und Spielen am Fest beteiligten.

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