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Absturz bleibt weiter rätselhaft

Luftsportverein Segeberg Absturz bleibt weiter rätselhaft

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat einen Zwischenbericht zum tödlichen Unfall von Ullrich Schwarz vorgelegt. Der Ex-Vorsitzende des Wahlstedter Luftsportvereins (LSV) war am 2. Mai in Niedersachsen abgestürzt. Eine Erklärung für den Unfall liefern die Fachleute nicht – aber eine Bestandsaufnahme.

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Vollkommen zerstört wurde das Segelflugzeug, mit dem der erfahrene Pilot Ullrich Schwarz vom Wahlstedter Luftsportverein am 2. Mai in Niedersachsen abstürzte.

Wahlstedt. Erst in einigen Monaten ist damit zu rechnen, dass im Abschlussbericht zumindest eine Theorie entwickelt wird. Die Zerstörung der Maschine ist allerdings so heftig, dass die Rätsel trotz aller Mühe nicht gelöst werden können.

 Der Schmalenseer Schwarz war am 2. Mai um 11.27 Uhr in Wahlstedt gestartet. Sein Freund und Vereinskollege Klaus Tanneberg hatte ihn per Flugzeug in die Luft geschleppt. Schwarz plante einen siebenstündigen Langstreckenflug. Etwa eine Stunde nach dem Start meldete er sich zum letzten Mal per Funk in Wahlstedt: „Ich bin in Lauenburg. Es fliegt sich wunderbar!“

 Doch am Nachmittag muss dem erfahrenen, 67-jährigen Piloten etwas Verhängnisvolles geschehen sein. „Gegen 15.17 Uhr wurde das Segelflugzeug von anderen Segelflugpiloten im Bereich Bad Münder am Deister/Bakede gesehen“, heißt es im Untersuchungsbericht. „Die Zeugen wurden durch eine ungewöhnlich steil nach oben gerichtete Fluglage auf das Segelflugzeug aufmerksam. Sie beobachteten, wie das Luftfahrzeug in einer Höhe von etwa 1200 Metern über eine Tragfläche abkippte und in eine steil nach unten gerichtete spiralförmige Flugbahn überging.“

 Das Tückische: Mit jeder Umdrehung nimmt die Geschwindigkeit um etwa 100 Stundenkilometer zu. Für solch eine Belastung sind Segelflugzeuge aber nicht ausgelegt. „Nach einigen Umdrehungen löste sich ein Teil der Tragfläche von dem Segelflugzeug“, schildert der Bericht weiter. „Die Zeugen sahen, wie Ballastwasser aus dem Tragflächenrest floss.“ Passanten am Boden hörten ein Pfeifgeräusch, als das Flugzeug in die Tiefe raste und einen Knall beim Abreißen der Tragfläche. Das Flugzeug stürzte in einem Waldgebiet ab und wurde nahezu vollständig zerstört.

 Ullrich Schwarz, der seit Oktober 1982 im Besitz einer Segelfluglizenz war, hatte nicht die geringste Chance, den Aufprall zu überleben. Das Hauptwrack war auf einer Fläche von vier mal zwanzig Metern verstreut. „Der Cockpitbereich war bis zum Flügelholm zerstört“, heißt es in dem Schreiben. Das Flugzeug war mit der Pilotenkanzel voran auf den Erdboden geschlagen.

 Einen Teil der Tragflächenbeplankungen fanden die Fachleute Stefan Maser und Friedrich W. Kühne etwa einen Kilometer nordöstlich der Absturzstelle auf einem Feld. In 800 Metern Entfernung wurden einige nahezu unbeschädigte Flügelstücke in einem bewaldeten Hang entdeckt.

 Über 5000 Stunden hatte Schwarz in der Luft verbracht. 2655mal war er gestartet. „In den letzten 90 Tagen vor dem Unfall hatte er 39 Stunden und 40 Minuten bei sechs Starts im Segelflug absolviert“, listet die Bundesstelle auf. Mangelnde Erfahrung war es mit Sicherheit nicht, die ihn das Leben kostete.

 Das Flugzeug war auch in Ordnung. Erst im Oktober 2014 war es zuletzt geprüft worden. Am Wetter lag es auch nicht. Laut der 35 Kilometer entfernten Wetterstation am Flughafen Hannover wurden mäßiger Wind von acht Knoten und eine Sicht von zehn Kilometern verzeichnet.

 „Nach Zeugenaussagen befanden sich mehrere Flugaufzeichnungsgeräte an Bord des Segelflugzeugs“, berichten die Gutachter. „Diese waren zerstört und konnten nicht identifiziert werden. Es wurden zerstörte Datenträger gefunden, die nicht ausgelesen werden konnten.“

 Einige Wahlstedter Vereinskollegen gehen davon aus, dass Ullrich Schwarz beim Fliegen einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten haben muss. Was auch immer es war – es muss den erfahrenen Piloten daran gehindert haben, das Flugzeug weiterhin zu steuern oder auch nur einen Notruf abzusetzen. Er war ohne Funkspruch in Richtung Erdboden gestürzt.

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