15 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Grabstein wegen Porträt entfernt

Ärger auf dem Friedhof Grabstein wegen Porträt entfernt

Eine Abbildung mit dem Porträt eines Verstorbenen auf einem Grabstein? Geht nicht, sagt die Friedhofsverwaltung Kaltenkirchen, und ließ das Grabmal von Siegfried Völker abbauen. Witwe Marion Völker und ihre Töchter haben dafür wenig Verständnis.

Voriger Artikel
Als Kirchenmann die Diktatur überstanden

Marion Völker (links) und Tochter Gabriela Otto mit einem Foto des verstorbenen Siegfried Völker, das so auch verkleinert auf dem Grabstein abgebildet ist, und der Genehmigung der Friedhofsverwaltung.

Quelle: ggo

Kaltenkirchen. „Ich gehe zum Friedhof, will meinen Papa besuchen, da ist der Grabstein verschwunden.“ Gabriela Otto hat Tränen in den Augen. Nach dem Tod ihres Vaters Siegfried Völker hatte sie gemeinsam mit ihrer Mutter Marion und Schwester Brigitta Völker beschlossen: „Unser Vater soll ein schönes Grab bekommen, mit einem schönen Stein, auf dem sein Gesicht zu sehen ist.“ Aus diesem Wunsch ist nun eine traurige Geschichte für alle Beteiligten geworden.

Die Zusammenarbeit mit dem Friedhofsbüro war gut

Siegfried Völker war zu seinen Lebzeiten ein bekannter Kaltenkirchener. Als er im April des Jahres starb, war die Betroffenheit entsprechend groß. Völker fand seine letzte Ruhe auf dem alten und schönen Friedhof an der Kieler Straße. „Im Friedhofsbüro“, loben Mutter und Tochter noch heute, „war man wirklich sehr freundlich und hat uns immer gut beraten.“ Trotzdem gibt es jetzt Ärger.

Es geht um einen schwarzen Granitstein, auf dem neben dem Namen, dem Geburts- und Todestag auch ein realistisches Bild - ein sogenanntes Kratzbild -  des Verstorbenen abgebildet ist. In Paragraph 26 der Friedhofssatzung für die Gestaltung von Grabsteinen heißt es allerdings ganz eindeutig: „Das Anbringen von Lichtbildern ist nicht gestattet“. Und diese Vorschrift“, meint Gabriel, „musste der Steinmetz Kolbe, der seit vielen Jahren auf dem Kaltenkirchener Friedhof tätig ist, einfach kennen.“ Ein Kratzbild hätte eine Rose, ein Palmwedel, ein Symbol sein können, eine fotorealistische Abbildung des Verstorbenen aber nicht.

Vielleicht ist das der Grund, dass die Firma Kolbe nach einem Hinweis des Kirchenbüros den Stein sofort vom Grab holte und zurück ins Stammwerk nach Itzehoe brachte. Die Ehefrau des Verstorbenen wurde von Kolbe zwar telefonisch informiert, hatte aber, wie ihre Tochter findet, „viel zu wenig Zeit, um irgendwie reagieren zu können.“

Das Kirchenbüro will mit der Familie sprechen

Inzwischen heißt es von Seiten des Kirchenbüros, dass man sich doch noch einmal zusammensetzen will, um eine für alle Seiten gute Lösung zu finden.

Von ggo

Voriger Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3