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Diplomaten in Bad Segeberg Hoher Besuch

Eine auffällige Wagenkolonne bahnte sich am Donnerstag ihren Weg quer durch Bad Segeberg: Schwarze Limousinen mit Blaulichtern, dazu ein großer Reisebus und jede Menge Polizeifahrzeuge. Wenig später parkte der Tross vor dem Restaurant am Ihlsee.

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Ministerpräsident Torsten Albig war mit Diplomaten zu Gast im Restaurant von Lutz Frank am Ihlsee in Bad Segeberg.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Dort speisten Ministerpräsident Torsten Albig und das rund 40-köpfige Diplomatische Korps mit Botschaftern aus aller Welt. Der Besuch in Bad Segeberg gehörte zur „Fahrt ins Land“, die Albig im Rahmen der Kieler Woche mit den hochrangigen Diplomaten unternahm. Vormittags hatten die streng bewachten Ausflügler den Brandschutz-Hersteller Minimax in Bad Oldesloe besucht und zum Andenken je einen verchromten Sprinklerkopf für den Schreibtisch mitnehmen dürfen. Für Albigs Büro gab es obendrein einen Feuerlöscher in den Schleswig-Holstein-Farben samt Wappen.

 Anschließend hatten die Damen und Herren Botschafter Hunger – und Lutz Frank durfte ihn stillen. „Es waren drei oder vier Restaurants in der engeren Wahl“, schilderte er. „Man hat sich für Bad Segeberg als zentrale Kreisstadt und für uns entschieden.“ Eine Woche vor dem Termin hatten Sicherheitsexperten die Gaststätte unter die Lupe genommen. Kurz vor dem Eintreffen des Diplomatischen Korps, das wie Albig eine extrem hohe Sicherheitsstufe hat, wurde erneut nachgesehen, ob alles in Ordnung ist. Auch gegenüber den eigenen Leuten hatte Frank bis zuletzt Stillschweigen bewahren müssen.

 Von der Anspannung war beim Empfang auf der Terrasse nichts mehr zu spüren. Lutz Frank begrüßte die internationalen Gäste auf Englisch und sagte ihnen, Bad Segeberg sei „die netteste Stadt Schleswig-Holsteins“. Amüsierter Zwischenruf des Ministerpräsidenten: „Eine der nettesten!“ Immerhin steht der Mann dem ganzen Land vor...

 Als Lutz Frank die Karl-May-Spiele erwähnte, zeigt sich, dass das Wildwest-Spektakel auch auf anderen Kontinenten ein Begriff ist. „Winnetou!“ und „Old Shatterhand!“, schallte es von einigen afrikanischen Diplomaten quer durch die Raum. Tansanias Botschafter Christopher Hugo Mvula plauschte unter freiem Himmel über die Sportfischer, die ihre Angeln in den Ihlsee werfen – und erfuhr, dass es auf dem Grund des sensiblen Sees seltene Pflanzen gibt, die es zu schützen gilt.

 Zu schützen waren auch die Gäste. Der Sandparkplatz vor dem Lokal wimmelte von Personenschützern des Landeskriminalamtes und der örtlichen Polizei. Einige Beamte standen auch auf dem Bürgersteig links und rechts des Restaurants. Spaziergänger mit Hund schauten irritiert. „Ist hier ’was Schlimmes passiert?“ Nein. Der „MP“ isst.

 Lutz Franks Team hatte unterdessen hinter den Kulissen gewirbelt. „Wir hatten mehrere Vorschläge zum Menü gemacht“, schilderte der Gastronom. Die Entscheidung der Staatskanzlei fiel auf typisch norddeutsche Gerichte. „Man wollte den Botschaftern zeigen, was in Schleswig-Holstein gegessen wird.“ So tischte Küchenchef Sascha Detlefs nach sommerlichen Salaten mit Scampi und Ofenbaguette einen „Tafelspitz von der Holsteiner Färse mit Merrettichsoße, Petersilienkartoffeln, grünen Bohnen im Speckmantel und Rote Bete“ auf.

 Während Albig zum Dessert Vanilleeis mit marinierten Erdbeeren löffelte, schrieb er in Franks Gästebuch: „Ich bin als Ministerpräsident stolz, ein so schönes Restaurant im Land zu haben.“ Der Gastwirt strahlte. Tochter Julia, die im Restaurant als Servicekraft lernt, machte mit Vater und Landesvater ein Handyfoto vor dem Eingang. Albig musste weiter nach Berlin – die Diplomaten genossen den Blick über den Ihlsee. Ihr Tagesablauf ging ohne den Ministerpräsidenten weiter. Sie fotografierten sich gegenseitig mit Smartphones vor der Seekulisse.

 Christopher Hugo Mvula aus Tanasania war bester Dinge. Seit gut zwei Jahren lebt er in Deutschland. Seine Botschaft befindet sich in Berlin-Charlottenburg. Inzwischen hat er sich auch mit dem mitteleuropäischen Wetter angefreundet. „Es ist bisher noch kein richtiger Sommer“, sagte er mit Blick zu den Wolken. „Aber bei uns in Tansania ist es auch nicht immer warm.“ Er ist ein sehr interessierter Gesprächspartner, fragte nach der Beliebtheit des benachbarten Ihlsee-Strandbads und der Tiefe des idyllischen Gewässers.

 Nach dem Essen, stiegen die Dplomaten in den Reisebus, die LKA-Männer in ihre Limousinen und rauschten davon. Ob Lutz Frank jetzt Salate, Tafelspitz und Erdbeeren als „Ministerpräsidenten-Menü“ auf die Speisekarte hievt? Er lächelte. „Mal sehen...“

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