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Babyboom wie in den 1990ern

Allgemeine Klinik Bad Segeberg Babyboom wie in den 1990ern

Mit 660 Geburten knüpft die Geburtshilfe in der Allgemeinen Klinik (AK) in Bad Segeberg 2015 an Rekordzahlen aus den 1990er Jahren an. „ Wir sind Anfang des Jahres mau gestartet, dann haben sich die Geburtszahlen aber gesteigert“, sagte Chefarzt Dr. Christian Rybakowski.

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Auch der kleine Alexander hat mit zum hervorragenden Ergebnis in der Bad Segeberger Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Jahr 2015 beigetragen.

Quelle: Patricia König

Bad Segeberg. Die Gründe dafür lägen auf der Hand, meint der Leiter der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Bad Segeberg. Die Mund-zu-Mund-Propaganda zufriedener Eltern hätte ihre Wirkung nicht verfehlt. Wesentlich dabei sei die Zertifizierung des Hauses seit 2007 als babyfreundliches Krankenhaus. „Es vermittelt den werdenden Müttern durch Förderung der Stillpraxis und der Eltern-Kind-Bindung das gute Gefühl, ihr Kind so versorgt zu wissen, wie es dem Wunsch nach einer natürlichen Betreuung während und nach der Geburt entspricht“, meint Rybakowski. Ganz wichtig sei das nachhaltige Engagement durch erfahrene Hebammen und Kinderkrankenschwestern.

 Auch eine positive Grundstimmung in der Bevölkerung aufgrund günstiger Wirtschaftsdaten über einen längeren Zeitraum hinweg wertet Dr. Rybakowski als weiteren Indikator. „Viele junge Paare realisieren jetzt ihren zurückgestellten Kinderwunsch, weil sie in wirtschaftlich soliden Verhältnissen leben und kaum Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen.“ Ökonomie und Gesetzgebung hätten direkten Einfluss auf die Familienplanung. Das sei zum Beispiel bereits bei der Einführung von Betreuungszeiten für die Väter zu sehen gewesen, die vor einigen Jahren per Gesetz ermöglicht wurden.

 Perspektivisch erwartet der Chefarzt einen weiteren Anstieg der Geburten in seiner Klinik. Die Einwohnerzahl Bad Segebergs steigt im nächsten Jahr durch Zuwanderung auf 18000. Dabei seien viele Neubürger „im reproduktionsfähigen Alter“ zwischen 20 und 30 Jahren. Gelinge die Integration und viele Neubürger siedeln sich langfristig in Bad Segeberg an, könnte das Geburtsaufkommen in der Kreisstadt in den nächsten fünf Jahren um etwa 100 bis 200 Babys steigen. Rund 800 Geburten jährlich wären für die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe auch wirtschaftlich interessant.

 Für Rybakowski und sein Team wären so viele Entbindungen kein Problem. Allerdings verweist der 51-Jährige auf einen Mangel an Frühgeborenen-Intensivbetten in Schleswig Holstein: „Wir haben bereits jetzt schon Patientinnen nach Flensburg und Hamburg-Barmbek überwiesen, weil in Lübeck keine Intensivbetten in der Kinderklink frei waren.“ Die Bettenzahl sei schon immer begrenzt gewesen, und alle Planungen seien stets von weiter fallenden Geburtenzahlen ausgegangen. Nun komme es aufgrund der wieder höheren Geburtenzahlen zu Engpässen in der Versorgung von Frühgeburten. Hier sei die Politik gefordert zu überprüfen, wie hoch der Bedarf in Zukunft sein wird. Aber längere Anfahrten für Eltern von Frühgeborenen seien wohl nicht auszuschließen.

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