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Allianz für Arbeitslose

Kreis Segeberg Allianz für Arbeitslose

Wer in die Langzeitarbeitslosigkeit abgerutscht ist, hat es schwer, wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Aus diesem Grunde haben die Jobcenter im Kreis Segeberg das Allianz-Programm entwickelt, das in diesen Tagen mit Unterstützung vieler Firmen angelaufen ist.

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Allianz für Langzeitarbeitslose: (von links) Thomas Kenntemich (Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn), Jan Peter Schröder (Landrat), Ulrich Graumann (Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises Segeberg), Malte Groß (Gebietsleiter Nord der Firma Spiegelblank) und Bernd Jorkisch (Vicepräses der IHK zu Lübeck).

Quelle: Isabelle Pantel

Kreis Segeberg. Innerhalb von zwei Jahren sollen 69 langzeitarbeitslose Menschen im Kreisgebiet dauerhaft in Beschäftigung gebracht werden. Im Juni waren im Kreis Segeberg 6655 Menschen als arbeitslos gemeldet (4,6 Prozent). Trotz dieser guten Lage steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen, die seit länger als einem Jahr ohne Job sind. Mittlerweile gehört jeder dritte Arbeitslose zu diesem Personenkreis, im Kreis Segeberg 2341 Menschen. Die große Mehrheit wird von den Jobcentern betreut, die übrigen von der Agentur für Arbeit.

 Um Langzeitarbeitslosen gezielter helfen zu können, haben der Bund sowie der Europäische Sozialfonds Geld zur Verfügung gestellt. Der Kreis Segeberg erhält innerhalb von fünf Jahren 2,2 Millionen Euro. Sie fließen in das Allianz-Projekt. Es sieht im Wesentlichen vor, Arbeitgeber durch Lohnkostenzuschüsse zur Einstellung von Langzeitarbeitslosen zu bewegen. Diese wiederum werden nach Aufnahme ihrer neuen Beschäftigung während der ersten zwei Jahre von einem Sozialpädagogen intensiv betreut. So soll gewährleistet werden, dass die neue Zusammenarbeit nicht an Kommunikationsproblemen scheitert. Denn wer erst einmal lange aus dem Arbeitsrhythmus heraus ist, traut sich häufig nicht, Schwierigkeiten oder Hemmnisse im Job offen anzusprechen – aus Sorge vor dem erneuten Verlust der Arbeit.

 Das Jobcenter-Team, das die Allianz-Aufgabe übernehmen soll, besteht zurzeit aus Silka Martens und Thorsten Kraeft, die den Kontakt zwischen Firmen und Arbeitslosen herstellen, und Sozialpädagoge Rainer Muhra. Wenn die Vermittlung erfolgreich läuft, sollen die nächsten Sozialpädagogen eingestellt werden. Der Betreuungsschlüssel soll hier bei etwa 1 zu 15 liegen, bei der Jobvermittlung bei 1 zu 70. Normal ist ein Schlüssel von ungefähr 1 zu 150.

 Bei der Planung des Programms wertete das Team zunächst aus, welche Personen die Kriterien des Allianz-Angebotes erfüllten. Das waren 430 Erwerbslose – alle sind seit mindestens zwei Jahren arbeitslos. Aus ihrem Kreis sollen in den nächsten Wochen 100 angesprochen werden, bei denen die Erfolgsaussichten hoch sind. Bislang fielen die Reaktionen sehr positiv aus. Zwei Langzeitarbeitslose konnten mit Hilfe des Programms bereits vor dem offiziellen Startschuss vermittelt werden.

 Die Auftaktveranstaltung wurde im Kaltenkirchener Jobcenter ausgerichtet. Mit dabei waren neben Mitarbeitern aus Jobcentern und Arbeitsagenturen auch Repräsentanten der Wirtschaft, Landrat Jan Peter Schröder, IHK-Vicepräses Bernd Jorkisch sowie Ulrich Graumann von der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises. Denn schließlich nennt sich das Projekt Allianz, weil es nur durch die Kooperation von Arbeitsvermittlern und Wirtschaftsvertretern umgesetzt werden kann.

 Firmen haben die Möglichkeit, sich durch eine Beitrittserklärung zur Allianz zu bekennen. Der Schritt ist symbolischer Natur. Es handelt sich um eine moralische Unterstützung, sie soll die Unternehmen aber auch für die Problematik der Langzeitarbeitslosigkeit sensibilisieren.

 Rechnerisch ist das Programm teuer: 69 Erwerbsfähige sollen für 2,2 Millionen Euro nachhaltig auf dem Arbeitsmarkt integriert werden. „Wir sind daher auch nicht böse, wenn am Ende nicht 69, sondern 169 Menschen vermittelt werden“, sagte Stefan Stahl, Leiter des Kaltenkirchener Jobcenters, augenzwinkernd.

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