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Alte Steine werden aufbewahrt

Bad Bramstedt Alte Steine werden aufbewahrt

Die alten Pflastersteine auf dem Bleeck werden nun doch nicht als Sondermüll entsorgt. Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach sagte auf Anfrage der SZ, die Steine werden auf dem Bauhof gelagert, um sie später wieder verwenden zu können.

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Der alte Chaussee-Verlauf ist am frei gelegten Pflaster auf dem Marktplatz noch zu erkennen.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Wie mit dem Denkmalamt verabredet, soll ein Teil der Steine auf dem Marktplatz neu verlegt werden, um den alten Straßenverlauf der ersten Kunststraße Schleswig-Holsteins zu zeigen.

 Mittlerweile ist der Asphalt von dem alten Pflaster entfernt worden. Der frühere Straßenführung ist noch fast komplett erhalten. Sie schwenkt im Süden des Bleecks zur Altonaer Straße hin, die ursprünglich zu der 1832 gebauten Chaussee gehörte. Zu sehen ist auch der Anschluss zur Hamburger Straße, die in den 1940er Jahren gebaut wurde. Während der Kriegsjahre war die Altonaer Straße mit der alten Friedrichsbrücke zu schmal für Militärfahrzeuge. Deshalb wurde parallel die Hamburger Straße gebaut. Verwendet wurde dafür kleines Granitpflaster, das jetzt ebenfalls wieder zum Vorschein gekommen ist.

 Erhalten bleiben beide Pflasterungen im jetzigen Zustand nicht. Das Kleinpflaster aus der Zeit des Nationalsozialismus wird komplett entfernt. Das Großpflaster wird ebenfalls aufgenommen, zum Teil aber wieder neu verlegt. „Wir müssen es dem Niveau der Platzfläche anpassen“, erklärte Kütbach. Es soll aber genau dort wieder verlegt werden, wo es sich auch jetzt befindet, nur ein paar Zentimeter höher. „Sonst wäre der Platz als Veranstaltungsfläche nur schlecht nutzbar“, erläuterte der Bürgermeister. Ohnehin sei nicht gesichert, ob das Pflaster jetzt noch dort liege, wo es 1832 verlegt wurde. Möglicherweise sei der Straßenverlauf auf dem Bleeck auch schon mal verändert worden, wobei dann aber die alten Steine wiederverwendet wurden.

 Auch der Landeskonservator Dr. Michael Paarmann war sich bei einem Ortstermin in der letzten Woche nicht sicher, ob das Pflaster noch im Originalzustand liegt. Um das festzustellen, seien aufwendige Untergrunduntersuchungen erforderlich. Paarmann hatte sich mit der Stadt daraufhin auf einen Kompromiss geeinigt. Ein Abschnitt der alten Straße sollte als „Fenster in die Geschichte“ erhalten bleiben. Wie lang dieser Abschnitt nun wird und wo genau dieses „Fenster“ entsteht, muss nun ein Planungsbüro erarbeiten. Am Montag flog dazu bereits eine Vermessungsdrohne über dem Marktplatz. Kütbach sagte, der Pflasterabschnitt solle so platziert werden, dass auch das Fontänenfeld an der eingeplanten Stelle verwirklicht werden kann. Außerdem soll der Abschnitt so gewählt werden, dass er zwar als alter Straßenverlauf erkennbar wird, der Marktplatz aber dennoch für Gehbehinderte nutzbar bleibt. „Bei Kopfsteinpflaster ist die Gewährleistung der Barrierefreiheit ja nur eingeschränkt möglich“, gibt Kütbach zu bedenken. Bis zum kommenden Montag sollen die neuen Pläne vorliegen. Dann berät der Planungsausschuss der Stadt darüber (19 Uhr, Schloss).

 Große Spekulationen gibt es mittlerweile in der Stadt darüber, was aus den nicht mehr benötigten Steinen wird. Bauamtsleiter Udo Reinbacher hatte sie als Sondermüll bezeichnet, weil in den 1960er Jahren schadstoffhaltiger Teer beim Ausbau des Bleecks verwendet worden war. Anders als vermutet, haftet aber kaum Teer an den Steinen. „Wir haben ihn mit dem Bagger gut abbekommen“, erklärte gestern ein Mitarbeiter der Baufirma Johannssen. Der Rest ließe sich auch noch leicht entfernen.

 Anlieger des Bleecks sehen sich bereits übervorteilt. Sie müssen sich mit Ausbaubeiträgen an der Umgestaltung des Marktplatzes beteiligen. Bezahlt die Stadt nun Entsorgungskosten, und die Steine werden unter der Hand verscherbelt? „Nein, das stimmt nicht“, beteuerte Bürgermeister Kütbach. Die Steine würden nicht als Sondermüll abtransportiert, sondern auf den Bauhof gelagert. „Wir hatten im Rathaus auch schon Anrufe von Leuten, die mit dem Pflaster ihren Garten verschönern wollen.“ Kütbach betonte jedoch: „Das Pflaster wird nicht verkauft.“

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