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Mit dem Oldie übers Feld

Dreschfest in Wiemersdorf Mit dem Oldie übers Feld

Mit einer Besonderheit lockten die „Oldtimerfründs Wiemersdörp“ auf ein Kornfeld am Bahnhof. Mehrere Mähdrescher, teilweise aus den 1960er-Jahren, ernteten rund 30 Tonnen Weizen ab

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Mit dem Claas Cosmos, ein Selbstfahrer aus dem Jahr 1978 demonstrierte Mitorganisator Hans-Hermann Schümann, wie vor knapp 30 Jahren noch Getreide gedroschen wurde.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Wiemersdorf. Doch auch beim Ausleben ihres Spieltriebes mit alten und neuen Maschinen verloren die „großen Jungs“ nicht ihre Arbeit aus dem Auge. „Super Qualität“, lobte dann auch das fachkundige Publikum, nachdem Markus Holdorf den durch einen Traktor gezogenen Mähdrescher Claas Super Automatik S. (Jahrgang 1968) „abgetankt“ hatte – so der Fachbegriff, wenn der Inhalt des Korntanks auf einem Anhänger abgeliefert wird. „Wenig Nachkorn“, befand der Fachmann, was bedeutet, dass überwiegend Korn und wenig Spreu im Tank gelandet ist. Einfluss darauf nimmt der Bediener der Maschine, in dem er seine Erfahrung beim Einstellen der Mechanik einbringt.

 So wie die Preise wurden auch die Leistungen der Maschinen gesteigert. „Ein gezogener Mähdrescher hat in der 1960ern rund 25000 Mark gekostet“, so Hans-Hermann Schümann, einer der Mitorganisatoren. „Heutzutage müssen ab 400000 Euro hingeblättert werden“, erklärte Michael Martens aus Wiemersdorf. Für den Preis gehören dann aber auch Klimaanlage und Radio zum Standard. Martens hat immerhin zehn dieser Giganten in seinem Bestand. Damit sich die Kosten rentieren, müssen die Maschinen in der Hauptsaison fast rund um die Uhr laufen. „20 Stunden pro Tag sind keine Seltenheit“, so Martens. „Dafür haben wir auch nur 10 bis 12 richtige Dreschtage im Jahr“, erläutert Martens, der Felder bis hin zur Nordsee aberntet.

 Rund drei Hektar können nach Schümanns Angaben mit einem gezogenen Drescher pro Tag geerntet werden, sein von ihm bedienter Claas Cosmos, ein Selbstfahrer aus dem Jahr 1978, schaffte rund zweieinhalb Hektar. Der von Michael Martens vorgeführte moderne Mähdrescher Lexion 480 mit einer Schnittbreite von 7,5 Metern kommt auf immerhin vier Hektar pro Stunde. Das bedeutet auf dem hiesigen Geestboden rund 42 Tonnen Ernteergebnis in der Stunde.

 Bedingt durch bessere Motoren können die modernen Mähdrescher deutlich länger am Tag eingesetzt werden, weil sie auch bei feuchtem Korn noch ihre Leistung bringen. Trieben früher Motoren mit einer Leistung von 50 Pferdestärken den Mähdrescher an, sind es heute durchaus 400 PS. Acht Tonnen Erntegut fasst der Tank des Lexion 480, sodass gut vier bis fünf Mal in der Stunde abgetankt werden muss.

 Bereits mit 15 Jahren hat Michael Martens erste Erfahrungen auf Mähdreschern gesammelt. „Früher haben wir mit der Mechanik gekämpft, heute mehr mit der Elektronik“, so seine Erfahrung. Einen kleinen Vorteil hatten die älteren Modelle im Vergleich zu den heutigen doch: „Dadurch, dass das Mähwerk nicht annähernd so breit war wie heute, konnten die Mähdrescher auf der Straße bewegt werden, ohne dass das Mähwerk abgebaut werden musste.“

 Eingeläutet wurde der Dreschtag mit einem Umzug von rund 40 Oldtimer-Traktoren. „Jeder ein Unikat“, so Hans-Hermann Schümann. Er zeigte sich mit der Resonanz des ersten Dreschtages sehr zufrieden: „Alle sind auf ihre Kosten gekommen, vielleicht wiederholen wir die Veranstaltung in zwei Jahren noch einmal“.

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Uwe Straehler-Pohl

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