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Gas: 190000 Euro Nachzahlung fällig

Altenheim Eichenhof Gas: 190000 Euro Nachzahlung fällig

Sechs Jahre lang ist vergessen worden, fürs Heizen verbrauchtes Gas im ehemals städtischen Altenpflegeheim Eichenhof zu bezahlen. Zähneknirschend musste die Stadtvertretung Bad Segebergs nun billigen, dass knapp 190000 Euro nachträglich überwiesen werden.

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Für den Eichenhof Christiansfelde wurde sechs Jahre lang kein Gas bezahlt.

Quelle: Archiv

Bad Segeberg. So richtig fassen kann noch niemand, was beim Eichenhof nun schon wieder schiefgegangen ist. Im November 2013 war die hochgradig defizitäre Einrichtung an die private Azurit-Gruppe verkauft worden, aber zu diesem Zeitpunkt hatte man sage und schreibe sechs Jahre lang schon kein Gas mehr bezahlt.

 Aufgefallen ist der Fehler erst jetzt, als beim örtlichen Energieversorger EWS die Nutzerdaten in ein neues Abrechnungssystem übertragen wurden. Vom 23. November 2007 bis zum 31. Oktober 2013 ist der Gasverbrauch nicht abgerechnet worden. Bei den Recherchen, wie es zu dieser Panne kommen konnte, scheint der Einbau eines neuen Zählers eine zentrale Rolle zu spielen. Er wurde im Herbst 2007 installiert, um den Verbrauch des Eichenhof-Hauptgebäudes auf der einen Seite sowie des benachbarten „Haus B“ und der angrenzenden Bewegungshalle auf der anderen Seite separat abzurechnen. Das Problem: Der neue Zähler wurde offenbar nicht an die EWS gemeldet.

 Unglaublich, aber wahr: Weder fiel dem Energieversorger auf, dass er einem Kunden Gas liefert, ohne eine Bezahlung zu erhalten – und auch im Eichenhof bemerkte niemand, dass man jahrelang viel zu wenig fürs Heizen bezahlte. Denn nur der alte Zähler für „Haus B“ und Bewegungshalle wurde abgerechnet, nicht aber das Gas für das geräumige Haupthaus.

 „Leider sind die Forderungen nicht verjährt“, sagte Werkausschussvorsitzender Dr. Henning Vollert (Bündnis 90/Die Grünen) nun während der jüngsten Stadtvertretersitzung im Bürgersaal des Rathauses. Die EWS hat inzwischen eine Korrekturabrechnung gestellt und fordert für die sechs Jahre nun genau 189598,04 Euro.

 „Juristisch gesehen ist kein Schaden entstanden“, betont Vollert in der Stadtvertretung. „Das Gas wurde ja verbraucht.“ Auch ist für die jahrelange Verzögerung kein Aufschlag berechnet worden – schließlich hatte die EWS die Panne selber nicht bemerkt.

 Einen Teil des Geldes bekommt die Bad Segeberg übrigens wieder. Schließlich ist sie Gesellschaft der EWS und mit 49,9 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Entsprechend hoch ist ihr Anteil an den Einnahmen (abzüglich Steuern).

 Eine Sorge, die man angesichts dieses öffentlich gewordenen Fehlers als Kommunalpolitiker durchaus haben kann, sprach Fraktionsvorsitzender Torsten Bohlmann (Freie Wählergemeinschaft BBS) aus: „Es ist fraglich, ob wir die Einzigen sind...“ Zumindest liegt der Verdacht nahe, dass auch andere EWS-Kunden um die Bezahlung herumgekommen sind – und dieses Geld würde dann im städtischen Haushalt bitter fehlen. Bohlmann will den Fall jedenfalls nicht auf sich beruhen lassen. „Das gehört aufgearbeitet.“

 Eines der Hauptprobleme dürfte die Konstruktion der EWS sein: Die Gesellschaft gehört formal zwar dem Energieriesen HanseWerk (ehemals E.ON Hanse) und der Stadt Bad Segeberg, doch die Kommune hat kein eigenes Personal, das Einblick in die Buchungsvorgänge hat. Erst seit der Eröffnung des Servicebüros an der Kurhausstraße gibt es laut Bürgermeister Dieter Schönfeld die Chance, tagesaktuell Einblick in das EWS-System zu nehmen.

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