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Ampel steht noch nicht auf Grün

Alter Bahnhof Bad Segeberg Ampel steht noch nicht auf Grün

Der Disput um die Fußgängerampel vor dem Alten Bahnhof geht in die nächste Runde. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer wurde gebeten, nochmals für ein Jahr zunächst einen weiteren Probebetrieb zu genehmigen.

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Die Fußgängerampel am Alten Bahnhof sorgt weiter für Diskussionen.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Nachdem in der Segeberger Zeitung darüber berichtet wurde, dass der Kreis Segeberg den Weiterbetrieb der Anlage kritisch sieht, meldete sich Unternehmer Bernd Jorkisch zu Wort. Er hatte sich im vergangenen Jahr als damaliger Vize-Präses der Industrie- und Handelskammer (IHK) dafür stark gemacht, die Ampel zu erhalten.

 Die Anlage war im Zuge der Sanierung des Alten Bahnhofs abgeschaltet und jahrelang nicht wieder in Betrieb genommen worden. Als der Kreis Segeberg daraufhin den Abbau der Ampelmasten forderte (weil die Anlage verkehrsrechtlich in den Unterlagen der Kreisverkehrsaufsicht längst nicht mehr existierte), wehrte sich die Stadt Bad Segeberg dagegen und fand mehrere Unterstützer.

 Nach dem Ende eines einjährigen Probebetriebs hält der Kreis die Zahl der Fußgänger, die an dieser Stelle über die dreispurige Bundesstraße gehen, für zu gering. Laut RGFÜ (Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen) müssten in der täglichen Spitzenstunde mehr als 50 Menschen die Ampel benutzen. Dieser Wert wird laut Kreissprecher Gernot Schramm nicht erreicht.

 Bernd Jorkisch kann die nun drohende Abschaltung samt Abbau der Ampel nicht begreifen. „Es ist kaum zu glauben“, empört er sich. „Die Ampel löst keine Kosten aus, sie behindert den durchfließenden Verkehr nicht.“ Die Ampel ist parallel zur 130 Meter entfernten Anlage auf der Kaufland-Kreuzung geschaltet. Nur wenn dort der Verkehr ohnehin ruht, springt für Fußgänger das Ampelmännchen am Alten Bahnhof auf Grün.

 „Die Ampel schützt die Menschen bei der Überquerung der vielbefahrenen B 206 und wird ihren wichtigen Beitrag dazu leisten, das ehemalige Bahnhofsgebäude wieder mit wirtschaftlichem Leben zu erfüllen“, sagt Jorkisch. Dort waren zuletzt mehrere Unternehmen ausgezogen; Miteigentümer Günter Loose ist in konkreten Verhandlungen mit Nachfolgemietern.

 Kaum ein Fußgänger hat in den vergangenen Jahren den Umweg zur Kaufland-Kreuzung genommen und dort die Straße überquert. Statt dessen eilten viele Menschen durch den fließenden Verkehr auf der Bundesstraße, die zudem in Richtung Lübeck eine zusätzliche Fahrspur erhalten hat, um Staus zu minimieren.

 „22600 Ampelfunktions-Anforderungen in einem knappen Jahr und durchschnittlich 72 Grünphasen am Tag – das ist doch ausgesprochen viel. Ich werde mit Herrn Bürgermeister Schönfeld sprechen, um zu klären, was wir gemeinsam tun können, um erneut für Vernunft bei der Kreisverwaltung zu sorgen“, erklärt Bernd Jorkisch. „Gegebenenfalls müssen wir nochmals an übergeordneter Stelle anklopfen.“

 Bürgermeister Dieter Schönfeld hat unterdessen schon angeklopft – und zwar bei Landesverkehrsminister Reinhard Meyer, der bereits in dieser Sache zur Ampel-Stippvisite in Bad Segeberg gewesen war und vermutlich keine Ampel im ganzen Land besser kennt als diese. „Es gibt mit dem Kreis die Vereinbarung, dass die Ampel demontiert wird, wenn die Zahlen nicht ausreichen“, sagt der Rathaus-Chef. „Aber es waren ja gerade viele Mieter ausgezogen, so dass auch weniger Kunden das Gebäude aufgesucht haben. Jetzt, wo neue Firmen angesiedelt werden sollen, die Ampel wegzunehmen, hielte ich nicht für sinnvoll. Das ergäbe eine viel schwerere Erreichbarkeit.“

 Schönfeld hat bei Minister Meyer dafür geworben, den Probebetrieb um ein weiteres Jahr zu verlängern. Der Minister habe hierzu eine schriftliche Bestätigung von Vermieter Loose angefordert, in der die Neuvermietung erläutert wird. Sobald dieses Schriftstück in Kiel eingetroffen ist, hält Reinhard Meyer eine Verlängerung laut Schönfeld für denkbar.

 Damit könnte Jorkisch sehr gut leben. „Ist es wirklich besser, ungeschützte Querungen der Bundesstraße und damit Unfälle in Kauf zu nehmen? Denken wir vor allem an Kinder und ältere Menschen. Karl May steht vor der Tür!“

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