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Gerhard Hoch gestorben

Alveslohe Gerhard Hoch gestorben

Der Alvesloher Historiker Gerhard Hoch, der sich weit über die Kreisgrenzen viel Anerkennung erworben hat, ist tot. Er starb am Sonntag in seinem Haus in seinem Heimatdorf. Hoch wurde 92 Jahre alt.

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Gerhard Hoch.

Alveslohe. Gerhard Hoch wurde am 21. März 1923 in Alveslohe geboren. Nie machte der Verstorbene einen Hehl daraus, dass er politisch früh in die Fußstapfen seines Vaters trat und Mitglied der NSDAP wurde. Während seiner Kriegsgefangenschaft wurde er gläubig. Zunächst engagierte er sich in der evangelischen Kirche, konvertierte dann aber zum Katholizismus. Er lebte auch zeitweise im Kloster.

 Hoch wurde aus dem Priesterstand entlassen, als er seine Frau Gesa heiratete, mit der er vier Söhne bekam. Er arbeitete als Diplom-Bibliothekar und wurde später Leiter der Hamburger Lehrbibliothek am damaligen Institut für Lehrerfortbildung in Hamburg.

 Der Verstorbene engagierte sich in der Deutschen Friedensunion, war in der 1970er-Jahren auch für die SPD in Kaltenkirchen aktiv. Zu dieser Zeit begann er die Rolle der Stadt während der NS-Zeit näher zu erforschen und stieß dabei auf die Existenz eines Konzentrationslagers. Seitdem war das sein Thema, in das er sich verbiss und über das er viel publizierte - unter anderem „Zwölf wiedergefundene Jahre: Kaltenkirchen unter dem Hakenkreuz“.

 Im Februar 2000 wurde - auch durch die Mithilfe von Hoch - die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Nützen-Springhirsch eröffnet, um die sich ein Trägerverein kümmert. Dort war der Alvesloher bis zuletzt aktiv. Für seine Verdienste im Verein wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 „Er war immer Teil unseres Vorstandes und stets ein kritischer Begleiter unserer Arbeit. Wir sind sehr betroffen über seinen Tod“, sagte Uwe Czerwonka, der Vorsitzende des Trägervereins.

 Hoch musste viele Anfeindungen überstehen. Weil er die Geschichte des Nazi-Konzentrationslagers in Kaltenkirchen gründlich erforschte und dabei viele unschöne Wahrheiten ans Licht brachte, galt er für einige als Nestbeschmutzer. Alveslohes Bürgermeister Peter Kroll beschreibt den Verstorbenen als einen „gebildeten, eloquenten und streitbaren Mitbürger“, der 2003 als verdienter Bürger der Gemeinde Alveslohe ausgezeichnet wurde. „Beeindruckend war für mich die Verleihung der Ehrendoktorwürde für Gerhard Hoch, bei der ich in Flensburg zugegen sein durfte“, erzählt der Bürgermeister: „Unsere Gemeinde hat mit ihm einen anerkannten Historiker und Mahner verloren.“

 Die Trauerfeier für den Verstorbenen findet am Mittwoch, 16. Dezember, ab 11 Uhr in der katholischen Kirche „Heilig Geist“, Flottkamp 11, in Kaltenkirchen statt.tö

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