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Picknick gegen Vorurteile

Am Großen Sergeberger See Picknick gegen Vorurteile

Im vergangenen Sommer waren es rund 700 Gäste, die zur langen Picknicktafel an den Großen Segeberger See gekommen waren. Am 28. August wird sie wieder aufgebaut, mit dem Hintergedanken, Menschen mit Beeinträchtigungen und auch Flüchtlinge mit Bürgern ins Gespräch zu bringen.

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Sie freuen sich auf das große Picknick am Großen Segeberger See in Bad Segeberg: Sylvia Johannsen (Lebenshilfe, von links), Stadtplanerin Ute Heldt-Leal, Dr. Wolfgang Arnhold (Netzwerk Inklusion), Ghulam Karimi („alleineinboot“), Daniel Johannsen (Projektleiter) und Claudia Bewarder (Goldmarie am See).

Quelle: Matthias Ralf

Bad Segeberg. „Wir wollen Barrieren in den Köpfen abbauen“, nennt Dr. Wolfgang Arnhold ein Ziel des zweiten Picknicks am See am Sonntag, 28. August. „Das geht im gemeinsamen Gespräch“, fügt der Koordinator im Netzwerk Inklusion des Kreises Segeberg an. Die lockeren Gespräche und das gemeinsame Picknick finden ab 14 Uhr an einer rund 200 Meter langen Tafel an der Seepromenade des Großen Segeberger Sees in Bad Segeberg statt. Viele Organisationen beteiligen sich, das Projekt wird von der Aktion Mensch gefördert.

 „Wir wollen aus dem Picknick eine feste Veranstaltung machen“, erklärt Sylvia Johannsen, Geschäftsführerin der Lebenshilfe in Bad Segeberg. Zielsetzung sei es, sich mit Menschen mit Beeinträchtigungen austauschen zu können. In diesem Jahr soll es an der langen Tafel auch um Menschen gehen, die aus anderen Ländern kommen. Geflüchtete Menschen werden sich dem Austausch an der Seepromenade anschließen. „Ein internationaler Chor wird singen“, sagte Ghulam Karimi, Vorsitzender des Vereins „alle in ein boot“. Außerdem wollen die Vereinsmitglieder werden Kartenspiele mitbringen, die mit vielen Gästen gemeinsam gespielt werden können.

 Zu dem bunten Rahmenprogramm trägt die Band „Kerrygold“ aktuelle Popsongs, Blues und irische Folkmusik bei, will mit einer mobilen Anlage an der Seepromenade unterwegs sein. „Die Musik wandert“, erklärte Arnhold. Die Lebenshilfe backt Kekse, lädt zu Spielen und Aktionen ein. Es gibt ein Unterhaltungsprogramm für Kinder. An Ständen wird über die Situation von Menschen mit Behinderungen oder auf der Flucht informiert. Besucher können aktiv mehr erfahren über Lebenssituationen von Menschen mit Behinderung zum Beispiel auf einem Rollstuhlparcours.

 Wer sein Picknick nicht dabei hat oder sich spontan dazugesellen möchte, kann an einem Stand des Kaffehauses „Goldmarie am See“ noch einen Korb erhalten. „Salat, Landbrot, Milchreis mit Kirschen und Getränke wird es hier geben“, sagt die Betreiberin Claudia Bewarder. Generell ist aber Selbstverpflegung angesagt. Die Teilnahme an der Tafel ist kostenlos. „Wir hoffen auf gutes Wetter“, blickt Daniel Johannsen, Projektleiter „Lange Tafel Bad Segeberg“ voraus. Stadtplanerin Ute Heldt-Leal findet, „unsere Seepromenade ist für so eine Veranstaltung wie geschaffen“. Die Stadt Bad Segeberg gehört ebenfalls zu den Unterstützern der Aktion.

 Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung wurde 2006 verabschiedet. In Deutschland gilt diese Konvention seit 2009. Damit sind bundesweit alle gesellschaftlichen Akteure und Ebenen gefordert, das in der UN-Behindertenrechtskonvention verankerte Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und Anerkennung vor Ort nach und nach umzusetzen. Seit 2013 unterstützen die Lebenshilfe Bad Segeberg und die Stadt Bad Segeberg im Netzwerk „Inklusion Kreis Segeberg“ die Weiterentwicklung von Inklusion, insbesondere durch gemeinsame Aktivitäten zur barrierefreien baulichen Gestaltung der Segeberger Innenstadt. Den Akteuren geht es auch darum, Barrieren in den Köpfen abzubauen, die verhindern inklusiv zu denken und zu handeln. Dazu eignen sich besonders gemeinsame Freizeitaktivitäten.

 Die erstmals 2015 von der Lebenshilfe und der Stadt gemeinsam veranstaltete Lange Tafel mit Picknick am See stellte einen Schritt in diese Richtung dar. Damals kamen trotz des heißesten Tages des Jahres fast 700 Teilnehmer zusammen, um gemeinsam zu essen, Freizeit zu verbringen und Gespräche zu führen. Dieser Erfolg im Sinne der Inklusion führte dazu, dass die Veranstalter nun zur zweiten Tafel einladen, ganz bewusst auch die Segeberger Flüchtlinge erreichen wollen. „Ja, wir freuen uns sehr, dass die Segeberger Flüchtlingsinitiative alle in ein boot uns bei dem Picknick am See unterstützt“, sagt Koordinator Wolfgang Arnhold.

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