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Picknick mit tieferem Sinn

Am Großen Segeberger See Picknick mit tieferem Sinn

Auch die zweite Auflage eines großen Picknicks an der Seepromenade in Bad Segeberg mit Behinderten und Nichtbehinderten entpuppte sich als gelungene Veranstaltung mit rund 1500 Gästen. Kein Wunder also, dass die Organisatoren eine Fortsetzung im Jahr 2017 versprachen.

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Großen Anklang fand der Auftritt des international zusammengesetzten „Misch-Bar-Chors“ des Vereins alleineinboot.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Bad Segeberg. Sie aßen zusammen, sie sangen zusammen, sie hatten zusammen einfach Spaß. Erstmals waren viele Flüchtlinge und Asylbewerber dem Aufruf zur Beteiligung gefolgt, so dass der angestrebte Kontakt und Dialog mit Einheimischen bestens in Gang kam.

 Der Publikumszuspruch war Schätzungen der Veranstalter etwa doppelt so groß wie im Vorjahr: Innerhalb von acht Stunden waren 2015 in hochsommerlicher Hitze knapp 700 Menschen zur Langen Tafel gekommen.

 Es war ein rundum gelungener Nachmittag. „Mit Musik, Spiel und Spaß“, so das plakatierte Aufruf-Motto, brachten die Ausrichter viele Menschen an einen Tisch. An der rund 200 Meter langen Tafel auf der Promenade mit Bierzelt-Garnituren der Stadt und reihenweise Pagoden-Zelten konnten die Besucher mit Picknick-Körben Platz nehmen. Auch die Wiese am Ufer des Großen Segeberger Sees wurde von vielen genutzt. Zudem gab es für Teilnehmer ohne mitgebrachte Selbstverpflegung die Möglichkeit, am Stand des Kaffeehauses Goldmarie bei dessen Betreiberin Claudia Bewarder Salat, Landbrot, Milchreis mit Kirschen und Getränke zu erstehen. Auch eine Eis-Station sorgte für Erfrischungen.

 Versorgen konnte man sich an der Promenade an einem Imbiss-Stand, der der neben Getränken auch Torte, Kuchen, Hörnchen und Sandwiches bot. Mitstreiter des Vereins alleineinboot und der Lebenshilfe verkauften selbstgemachtes Gebäck. Gleich dazu gab es jede Menge Informationen über die Vereine sowie über die Situation von Menschen mit Behinderungen oder auf der Flucht. Bei den Mitarbeitern von Ergon konnten Besucher zum Beispiel auf einem Rollstuhl-Parcours fahren. Für die Kinder gab es mehrere Spielmöglichkeiten, während nebenan im Wasser das neue Kneipp-Becken gut frequentiert war.

 Musikalische Unterhaltung gab es an diesem Nachmittag gleich mehrfach an der Promenade: Zunächst trug das Musiker-Trio „Kerrygold“ mit Instrumenten und Gesang aktuelle Popsongs, Blues und irische Volksmusik vor. Auch die international besetzte Gesangsformation „Misch-Bar“ kam zu einem vielbeachteten Auftritt. Anschließend bot die Band „Kerrygold“ weitere Kostproben ihres Könnens. Später stand noch die Musik von Mehrad Abdullaie auf dem Plan. Die Besucher genossen die Auftritte sichtlich.

 „Im nächsten Jahr feiern wir wieder Inklusion“, kündigte Dr. Wolfgang Arnhold von der Lebenshilfe an. „Wir prüfen dann, was wir zwischenzeitlich vor allem zur Verbesserung der Inklusion von Flüchtlingen und Asylsuchenden mit Behinderungen erreicht haben.“ Arnhold ist Koordinator des 2013 geschaffenen Netzwerks Inklusion Kreis Segeberg.

 Nach der Picknick-Premiere im Jahr 2015 – damals mit dem Verein Lebenshilfe Bad Segeberg, der Stadt Bad Segeberg und des Ergon-Ausbildungszentrums für Ergotherapie – konnten weitere Akteure hinzugewonnen werden: Der Flüchtlingsbetreuungsverein alleineinboot und das Restaurant Goldmarie am See waren jetzt mit von der Partie bei dem dreistündigen Picknick für jedermann, das wie im Vorjahr durch die „Aktion Mensch“ gefördert wurde.

 Der vorhergesagte Regen blieb aus; stattdessen herrschte Sonnenschein bei bis zu 25 Grad Celsius. Erst eine halbe Stunde nach Tafel-Ende setzten während der Abbau-Phase Donnergrollen und Nieselregen ein, ehe die Abendsonne wieder aus den Wolken hervorlugte.

 „Diese erstmals gemeinsam mit der Segeberger Flüchtlings-Initiative gefeierte inklusive Lange Tafel baute erste Barrieren ab, führte zu intensivem Informationsaustausch und zu gegenseitigem Vertrauen,“ resümierte Netzwerk-Koordinator Dr. Arnhold und blickte zugleich optimistisch nach vorn: „Der begonnene Dialog wird fortgesetzt.“

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