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Villa glänzt wie zu alten Zeiten

Am Segeberger See Villa glänzt wie zu alten Zeiten

Zu Silvester oder spätestens im Frühjahr können Café-Gäste einen der schönsten Blicke auf den Großen Segeberger See genießen. Die Verwandlung der 101 Jahre alten Jugendstilvilla in ein wahres Schmuckstück schreitet voran. Bis zu 100 Gäste werden dort Platz finden.

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Hübsch und verspielt: Das Dach der "neuen" Villa am Segeberger See.

Quelle: Patricia König

Bad Segeberg. Mit einem schicken weiß-vanillefarbenen Fassadenton, dem neuen roten Dach und weißen Sprossenfenstern bietet das Haus nun den Anblick wie zu alten Glanzzeiten. „Das sind die Farben, die hier zur damaligen Zeit ortsüblich waren“, erklärt Hauseigentümer Kurt-Werner Bohlien. Er muss es wissen, denn an der Villa passiert nichts ohne Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Segeberg.

 Noch arbeiten dort Bagger und viele Handwerker. Sie verpassen dem Gebäude gerade den letzten Schliff. „So langsam werde ich ruhiger“, sagt Bauherr Bohlien. Dass es dauern würde, ein unter Denkmalschutz stehendes Haus zu sanieren und umzubauen, wusste der Diplom-Ingenieur auch aus einer anderen Erfahrung: Der Ammersbeker restauriert alte Motorräder. „Auch bei den Oldtimern geht nichts auf die Schnelle.“ Dass es aber zweieinhalb Jahre dauert, bis das Haus in neuem Glanz erstrahlt – damit hatten Bohlien und Sohn Michael nicht gerechnet.

 Im Mai 2013 hatte er als neuer Eigentümer des Hauses, das im Volksmund den wenig schmeichelhaften Namen „Rattenvilla“ trägt und diesen nun vergessen lässt, seine Pläne zur Verwandlung des Hauses in ein Café am See vorgestellt. Die Denkmalschutzbehörde des Kreises hatte endlich ihr Okay dazu gegeben. Lange Jahre zuvor hatte die Erbengemeinschaft, der das Haus bis zum Verkauf an Bohlien gehörte, vergeblich Ähnliches versucht.

 Geplant war anfangs, den Cafébetrieb zeitglich mit der Eröffnung der Seepromenade im Jahr 2014 zu beginnen. Doch der Bau am Haus geriet ins Stocken, und die umfangreichen Arbeiten der Stadt an der Promenade bescherten ein weiteres Problem. „Plötzlich stand der gesamte Keller unter Wasser“, erklärt der 70-jährige Bohlien. Durch das kurzzeitige Absenken des Wasserspiegels im See wurde der Untergrund der Villa frei und damit auch das Problem des Wasserschadens sichtbar. Das Gebäude stand nur auf Torf und Sand; durch das niedrige Kellergemäuer konnte Wasser eindringen. „Doch das gesamte Haus hat sich trotz des weichen Untergrunds in 100 Jahren nur um 15 Zentimeter abgesenkt“, hat der Bauherr herausgefunden. Während Pumpen das Wasser Tag und Nacht aus dem Haus schafften, wurde das Gebäude in eine sogenannte weiße Wanne eingefasst, auf 16 Meter lange Pfähle gestellt und der Keller um einen Meter vertieft. Jetzt könne nichts mehr passieren, versichert Bohlien und scherzt: „Selbst wenn der See einmal Hochwasser haben sollte, würde die Villa wie eine Arche Noah auf dem Wasser schwimmen.“

 Während nun eine Firma mit den Außenanlagen beschäftigt ist, verlegen Handwerker im Inneren und im Glasanbau noch Pitchpineböden und Kabel für die Elektrik. In der vergangenen Woche wurde testweise die weiße Wanne geflutet. „Alles dicht!“, freut sich der Bauherr.

 Der gesamte Komplex ist bereits verpachtet. Im 1. und 2. Geschoss stehen dem Pächter noch weitere Räume für die private Nutzung oder Vermietung zur Verfügung. Bohlien: „Die Übergabe ist für den 31. Dezember dieses Jahres angesetzt.“ Dann muss alles fertig sein. Bohlien ist zuversichtlich. „Bis jetzt sieht es jedenfalls so aus, als wenn dieser Termin nicht mehr verschoben werden muss.“

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