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Hilfe aus der Ferne für Chinesin

Amnesty-Gruppe Bad Segeberg Hilfe aus der Ferne für Chinesin

Seit Herbst 2015 setzt sich die Segeberger Gruppe Amnesty International (ai) für die Freilassung der Chinesin Liu Ping ein. Jetzt haben sich 745 Frauen und Männer an diesem Anliegen auf einer Unterschriftenliste beteiligt. Sie geht an den chinesischen Präsidenten.

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Die Segeberger Menschenrechtsaktivisten von Amnesty International haben für die Freilassung eines politischen Häftlings 745 Unterschriften gesammelt und werden diese der chinesischen Regierung sowie deren Botschaft in Berlin übergeben.

Bad Segeberg. Die 51-jährige Bürgerrechtlerin Liu Ping war 2014 zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem sie ein Jahr zuvor zusammen mit anderen Bürgerrechtlern eine Demonstration organisiert hatte und daraufhin festgenommen worden war. Liu Ping wird von den Behörden vorgeworfen, „Streit provoziert und die öffentliche Ordnung auf öffentlichen Plätzen gestört“ zu haben.

 Amnesty International betrachtet die Strafverfolgung der Frau als eindeutig politisch motiviert. Liu Ping gehöre zu Dutzenden von Menschen, die in China inhaftiert sind, weil sie sich der „Neuen Bürgerbewegung“ verbunden fühlen, heißt es in einer Mitteilung der Organisation. Es handelt sich dabei um ein lockeres Netzwerk von Aktivistinnen, die Korruption aufdecken wollen und von den Behörden Transparenz fordern. Nach eigenen Angaben wurde Liu Ping während der Inhaftierung vor dem Gerichtsverfahren gefoltert. Eine medizinische Behandlung wurde ihr vorenthalten. Amnesty International betrachtet die 51-Jährige daher als eine gewaltlose politische Gefangene.

 Zwischen Mitte April und Ende Mai dieses Jahres hatten die Segeberger Menschenrechtler, die erst kürzlich das 40-jährige Bestehen ihrer aktuell acht Mitglieder zählenden Ortsgruppe feiern konnten, in und um Bad Segeberg Unterschriften auf Petitionslisten an den chinesischen Präsidenten mit der Aufforderung zu Liu Pings Freilassung gesammelt. „Wir finden, dies ist ein außerordentlich gutes Ergebnis, besonders angesichts der derzeitigen internationalen politischen Lage, denn China ist ein Land sehr weit weg von uns“, bedankt sich Menschenrechtsaktivist Gerd Spelling aus Warder bei den über 700 Teilnehmern. Vielen Menschen hierzulande seien die Probleme vor Ort und im näheren Ausland, von denen die Medien täglich berichten, naturgemäß wesentlich näher als die Menschenrechtslage in einem Land im Fernen Osten.

 „Die Originale unserer Petitionslisten schicken wir in Kürze an den chinesischen Präsidenten, Kopien der Listen gehen an den chinesischen Botschafter in Berlin, jeweils zusammen mit einer Kopie dieses Zeitungsartikels “, erklärt Gruppensprecherin Karin Hübener. Denn die Herstellung von Öffentlichkeit sei erfahrungsgemäß der Nerv, an dem menschenrechtsverletzende Länder wie China am empfindlichsten getroffen werden könnten, ergänzt Dorothea Kruse aus Klein Rönnau.

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