23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Neue Rotoren in Sicht

Amt Bad Bramstedt-Land Neue Rotoren in Sicht

Die neuen Regionalpläne, in den Windenergieeignungsflächen festgelegt werden, sind zwar noch gar nicht in Kraft, doch der Run auf die Flächen setzt bereits ein - vor allem im Amt Bad Bramstedt-Land. In Großenaspe und Föhrden-Barl haben sich schon Interessenten gemeldet.

Voriger Artikel
Lob für die Flüchtlingshelfer
Nächster Artikel
Spenden für Kunstrasen gesucht

Schon jetzt gibt es im Amt Bad Bramstedt-Land reichlich Windkraftanlagen: Der Windpark Hasenkrug/Hardebek betreibt 15 Rotoren (Foto). In Wiemersdorf stehen 16 Anlagen, die dem Bürgerwindpark gehören.

Quelle: Archiv

Großenaspe.  Die alten Regionalpläne mit ihren Eignungsflächen hatte das Oberverwaltungsgericht 2012 einkassiert, mit der Maßgabe, dass künftig die Gemeinden nicht mehr nach Gutdünken entscheiden dürfen, sondern nur nach festgelegten Kriterien. Zurzeit erstellt die Landesregierung neue Regionalpläne. Bis zum Inkrafttreten gilt eine Veränderungssperre. Das bedeutet: Zurzeit dürfen keine weiteren Rotoren dazu kommen.

 Kreisplaner Frank Hartmann erklärte, die Gemeinden hätten nach neuem Recht nur wenig Mitwirkungsmöglichkeiten. „Auch Bürgerentscheide sind gegen Windkraftanlagen nicht mehr möglich.“ Zwar sei die Gemeinde an der emissionsschutzrechtlichen Genehmigung beteiligt, die einer Baugenehmigung gleich komme, sie könne ihre Zustimmung aber nur verweigern, wenn der Antragsteller vom Gesetzgeber festgelegte Kriterien nicht erfüllt.

 Damit gilt schon jetzt als weitgehend sicher, dass um Bad Bramstedt herum in erheblichem Umfang weitere Windkraftanlagen gebaut werden. Konkrete Pläne gibt es bereits für Großenaspe-Dorotheental. Ein Landbesitzer ist sich dort mit dem Kieler Unternehmen „Ebert - erneuerbare Energie“ handelseinig geworden. Geschäftsführer Dr. Tim Ebert und die bei ihm beschäftigte Geografin Lisa Mangold stellten im Planungs- und Maßnahmenausschuss der Gemeinde die Pläne vor.

 Die Teilfläche Dorotheental zwischen Wiemersdorf und Großenaspe-Brokenlande war Anfang des Jahrzehnts ohne nähere Begründung als Windeignungsgebiet aus dem alten Regionalplan herausgenommen worden. Inzwischen gebe es jedoch deutliche Signale aus Kiel, dass Dorotheental durchaus als Gebiet für Windkraftanlagen geeignet sei, erklärte Lisa Mangold. Rechtsverbindliche Zusagen habe sie allerdings noch nicht. Laut Mangold gibt es aber weder harte noch weiche Kriterien, die Windkraftanlagen dort ausschließen. Harte Kriterien können beispielsweise geschützte Biotope oder Naturschutzgebiete sein. Zu den weichen Kriterien zählen unter anderem Abstandspuffer von 400 Metern um Wohnhäuser im Außenbereich. „Die Landesplanung muss letztlich aber zustimmen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind und die neuen Regionalpläne bis spätestens Mitte 2017 aufgelegt wurden“, erklärte Mangold.

 Hoffnung auf mehr Klarheit setzen Ebert und Mangold auf eine Informations- und Diskussionsveranstaltung, zu der Ministerpräsident Thorsten Albig in der kommenden Woche verschiedene Gruppierungen aus der Windkraftbranche eingeladen hat. „Ich vermute, dass im Sommer ein grober Fahrplan aufgestellt ist“, sagte Mangold.

 Probleme mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD), der in Boostedt eine Radaranlage betreibt, erwartet Mangold nicht. Der DWD hatte die Pläne des Wiemersdorfers Dr. Hans-Günter Lüth gestoppt, der auf Großenasper und Wiemersdorfer Gebiet noch auf Basis des alten Regionalplanes weitere Windkraftanlagen aufstellen will. Lüth betreibt mit zwei Bürgerwindpark-Gesellschaften bereits Windkraftanlagen in Wiemersdorf. Nun will er 150 Meter hohe Anlagen errichten, die nach Angaben des DWD aber das Radar beeinflussen, sodass dieses keine präzisen Daten mehr liefern kann. Die Angelegenheit beschäftigt derzeit das Verwaltungsgericht.

 „Wir halten fünf kleinere Anlagen mit einer Gesamthöhe 99,8 Metern und einer Nennleistung von jeweils 0,8 Megawatt auch für wirtschaftlich“, erklärte Mangold. Diese Türme beeinflussten das Radar nicht. Lukrativer wären natürlich größere Anlagen, sagt Mangold. Drei solcher 2,4-Megawatt-Anlagen würde auch sie gerne bauen. Eine Entscheidung in dem Rechtsstreit zwischen DWD und Lüth wird noch im Januar erwartet. Davon erhofft sich auch Mangold Klarheit.

 Geschäftsführer Ebert ist auch an der Zustimmung der Gemeinde gelegen. Er kündigte an, den Firmensitz der GmbH für die Großenasper Windkraftanlagen auch nach Großenaspe zu legen. „Dann fällt auch hier die Gewerbesteuer an“, so Ebert. Außerdem wolle er die Gesellschaft auch als Bürgerwindpark konzipieren, sodass sich Einwohner der Region beteiligen können und so ein Stückchen von dem Kuchen abbekommen. Gute Erfahrung mit dieser Gesellschaftsform werden in Wiemersdorf bereits seit vielen Jahren gemacht. Ebert appellierte an die Anwesenden, seine Pläne zu unterstützen.

 „Wie werden diese Angelegenheit zunächst einmal in den Fraktionen besprechen und das Urteil im Rechtsstreit mit dem DWD abwarten“, sagte Bernd Konrad (CDU), Vorsitzender des Planungs- und Maßnahmenausschusses. Konrad selbst hatte sich in der Vergangenheit gegen Windkraftanlagen in Großenaspe ausgesprochen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3