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Schlichtwohnungen wieder menschenwürdig

Amt Bad Bramstedt-Land Schlichtwohnungen wieder menschenwürdig

Jedes Amt in Schleswig-Holstein ist gesetzlich dazu verpflichtet, Schlichtwohnungen (schlicht im Sinne von einfach) vorzuhalten. Im Amt Bad Bramstedt-Land steht ein Haus mit Schlichtwohnungen seit 1995 in Hardebek, das jetzt für 140000 Euro rundum saniert wurde.

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Sie freuen sich über das komplett sanierte Haus: (von links) Amtsvorsteher Holger Klose, Architektin Angela Schnack, Ingenieurin Bianca Gerlach, Amtsverwaltungschef Christian Stölting und Fachbereichsleiter Sven Klinger.

Quelle: Sylvana Lublow

Hardebek. Gedacht sind Schlichtwohnungen für Obdachlose, auch vorübergehend obdachlose Menschen, zum Beispiel auf Grund eines Wohnungsbrands, oder für Asylbewerber. Das Schlichthaus in Hardebek gibt es seit 1995. In acht Zimmern ist dort Platz für maximal 16 Menschen.

In den vergangenen vier Monaten hat das Schlichtwohnungshaus eine komplette Sanierung erfahren. Und die war auch dringend nötig. Nicht nur ein Wasserschaden sorgte dafür, dass das Haus eigentlich unbewohnbar war. Eingetretene Türen, kaputte Böden, undichte Fenster – fast an jeder Ecke gab es sanierungsbedürftige Stellen.

Dementsprechend aufwendig seien die Arbeiten gewesen, schildert die leitende Architektin Angela Schnack. Mehrere Gewerke sorgten für eine Rundum-Erneuerung. „Jetzt können wir Menschen hier wieder menschenwürdig unterbringen“, freute sich Amtsingenieurin Bianca Gerlach bei der offiziellen Schlüsselübergabe.

Alle acht Zimmer, vier im Erd- und vier im Obergeschoss haben neue Fenster, neue Böden und einen neuen Anstrich bekommen. Die Sanitäranlagen (zwei WCs und eine Dusche für je vier Zimmer) sind komplett neu. „Bei den Sanitärräumen gab es einen Wasserschaden, die Wände waren kniehoch feucht“, sagt Schnack. Die Türen im Haus wurden ausgetauscht, „die sind jetzt auch robuster und können nicht so leicht eingetreten werden“, so die Architektin. Alles ist hell und freundlich und sauber.

Damit das auch so bleibt, wurde zusätzlich im ehemaligen Abstellraum im Erdgeschoss eine Gemeinschaftsküche eingebaut. „Vorher hatte jedes Zimmer einen eigenen Herd, das gibt es jetzt nicht mehr“, so Schnack. In der Gemeinschaftsküche können die Bewohner zwei Herde, eine Spüle und eine Waschmaschine nutzen. „Die Zimmer werden neben den Möbeln auch noch mit jeweils einem privaten Kühlschrank ausgestattet“, erklärt Schnack. Um Energie zu sparen, gibt es für die Herde in der Küche eine Zeitschaltuhr. Die Lampen in den Sanitärbereichen und den Fluren sind durch Bewegungsmelder gesteuert. Bis November vergangenen Jahres lebten noch drei Personen in dem Gebäude. Jetzt steht es leer, bis es wieder benötigt wird. „Obdachlose können von heute auf morgen hier einziehen“, sagt Christian Stölting, Verwaltungschef des Amtes.

Das Haus, so wünscht es sich die Amtsverwaltung, soll unbedingt in einem guten Zustand bleiben. „Wir haben einen Hausmeister für die Flüchtlingsunterkünfte eingestellt, der sich auch um die Schlichtwohnungen kümmern wird“, kündigt Stölting an.

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