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„Wir helfen, solange es nötig ist“

Amt Kisdorf „Wir helfen, solange es nötig ist“

Der anhaltende Zustrom von Asylbewerbern beschert auch dem Amt Kisdorf mit seinen neun Gemeinden immer mehr Arbeit. Deshalb wurde jetzt mit der Kisdorferin Susanne Strehl eine hauptamtliche Flüchtlingskoordinatorin eingestellt. Ihr Vertrag ist vorerst auf ein Jahr befristet.

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Die neue hauptamtliche Flüchtlingskoordinatorin des Amtes Kisdorf, Susanne Strehl (6. von rechts), mit einem Teil ihres ehrenamtlichen Helferteams.

Quelle: Heinrich Pantel

Amt Kisdorf. Die 48-jährige Strehl hatte sich bislang ehrenamtlich dieser Aufgabe angenommen. Doch alle Beteiligten waren sich einig, dass diese Arbeit in der Freizeit nicht mehr zu bewältigen sei. 19,5 Wochenstunden steht Susanne Strehl zur Verfügung.

 83 Flüchtlinge sind dieses Jahr dem Amt zugewiesen worden. 35 sind in Kisdorf, 33 in Sievershütten, sechs in Stuvenborn und neun in Kattendorf untergebracht. Über 30 Menschen werden noch bis Ende des Jahres erwartet; die ersten sollen am Montag kommen. „Für das kommende Jahr sind uns darüber hinaus bereits mindestens 150 weitere Flüchtlinge avisiert worden“, erklärt Rainer Löchelt, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Kisdorf. Sie unterzubringen, sei eine enorme Herausforderung.

 Susanne Strehl ist glücklich, dass bislang für alle Neuankömmlinge Wohnungen gefunden werden konnten. „Ich hoffe, das bleibt auch so“, wünscht sich die Koordinatorin, „denn ich möchte nicht, dass für die Flüchtlinge Holzhütten gebaut werden.“

 Stolz ist die Kisdorferin, dass sich mittlerweile ein rund 60-köpfiges Helferteam gebildet hat, mit den unterschiedlichsten Aufgabenschwerpunkten. Sie reichen vom Einsammeln von Spenden über das Einrichten der Wohnungen bis hin zur Kinderbetreuung und Sprachkursen. „Wir sind eine tolle Gemeinschaft. Hier ziehen alle an einem Strang“, lobt Susanne Strehl, die für die CDU auch im Kreistag in Bad Segeberg politisch tätig ist.

 Meist reisen die Neuankömmlinge mit dem Taxi an. Sie werden von Helfern bei der Amtsverwaltung in Kattendorf abgeholt und zu ihrem neuen Zuhause begleitet. Das wurde zuvor von anderen Helfern wohnlich gemacht. Die Sachen würden meist gespendet, erläutert Koordinatorin Strehl, nur Matratzen und Betten müssten aus hygienischen Gründen neu gekauft werden. Andere Spenden seien immer willkommen, obwohl die Abholung ein Problem sei. „Denn wir haben nur einen privaten VW Bus dafür zur Verfügung“, erklärt Strehl. Sie wünscht sich auch, dass noch mehr Einheimische eine Patenschaft für einen Flüchtling oder eine Familie übernehmen, „denn sehr viele, die zu uns kommen, haben wirklich eine schwere Zeit hinter sich“.

 Das entbindet sie jedoch nicht davon, sich an Regeln zu halten. „Die Beschwerden halten sich aber in engen Grenzen“, betont die Koordinatorin. Ein vernünftige Unterhaltung darüber mit den Flüchtlingen sei wichtig und bisher immer erfolgreich gewesen, sagt Susanne Strehl, „über manche Abläufe hier bei uns muss man sie auch erst einmal aufklären.“ Kürzlich kam es in einer Wohnung in Kisdorf zu einer Messerstecherei. Daran seien die aus Albanien stammenden Bewohner allerdings nicht beteiligt gewesen, erklärt Strehl. Sie hätten Besuch von zwei Männern von woanders gehabt, die sich dann wohl unter Alkoholeinfluss in die Haare bekommen hätten.

 Susanne Strehl steht mit den Bürgermeistern derjenigen Amtsgemeinden in Kontakt, die bislang noch keine Flüchtlinge aufgenommen haben. „Auch die haben die Bereitschaft signalisiert zu helfen.“ Deshalb hofft sie, dass auch dort Bürger Wohnraum zur Verfügung stellen können.

 Dankbar ist die Kisdorferin dafür, dass Kirche, Rotes Kreuz und Sportvereine ihre Unterstützung zugesagt hätten. Der Sozialverband will in der Olen School in Kisdorf Flüchtlingen vormittags für eine Stunde die Möglichkeit bieten, kostenlos im Internet zu surfen. Dafür würden noch ausrangierte Laptops gesucht. Auch die Sprachförderung soll noch ausgeweitet werden, damit die Asylbewerber den Alltag besser bewältigen können.

 Susanne Strehl versichert: „Solange Flüchtlinge bei uns sind und unsere Hilfe benötigen, werden wir hier auch helfen.“ Wichtig ist ihr bei allem Einsatz für die Neuankömmlinge aber auch ein anderer Aspekt. „Wenn wir Kenntnis von Notlagen bedürftiger Bürger aus unseren Kommunen haben, werden wir im Rahmen unserer Möglichkeiten auch Unterstützung anbieten.“

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