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Holzhäuser als Notunterkünfte

Amt Trave-Land Holzhäuser als Notunterkünfte

Das Amt Trave-Land plant, Holzhäuser als Notunterkünfte für Asylbewerber aufzubauen. Weil neue Quartiere fehlen, wird auch über den Kauf und die Anmietung größerer Häuser nachgedacht. Unterdessen bildet sich in Dörfern Frust über die mangelhafte Begleitung durch höhere Behörden.

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Klein Rönnaus Bürgermeister Dietrich Herms ärgert sich über die hohe Politik.

Quelle: Archiv

Amt Trave-Land. Der Amtsplanungsausschuss erfuhr, dass 2015 das Amt Trave-Land mit den 27 Gemeinden 205 neue Asylbewerber aufnehmen muss. Bislang kamen 112, teilte stellvertretender Amtsleiter Thomas Dziuk nach der Sitzung mit. „Jetzt wird es richtig ernst.“ Es fehlen Quartiere; Wohncontainer werden vorerst nicht gekauft: „Die Preise sind explodiert, die Lieferzeit beträgt ein halbes Jahr.“

 Stattdessen ließ sich der Ausschuss Modelle von Häuschen in Holzbauweise zeigen. Bis zu vier Menschen können sie aufnehmen. Zwei oder drei Häuschen sollen an einem Flecken installiert werden. Nicht mehr, damit es sich nicht ballt. Nicht weniger, damit sich es sich lohnt, Anschlussleitungen zu legen. Die Gemeinden sollen bis zur Amtsausschusssitzung am 25. November Stellflächen melden. Dann will das Amt die ersten Holzhäuser bestellen.

 Weiterhin Mietinteresse besteht am Gasthof am See in Warder (Rohlstorf), falls die Gemeinde ihn erwirbt und nicht der Kreis, sagt Dziuk.

 Mit Kosten von 1,5 Millionen Euro für die Asylbewerber kalkuliert das Amt für 2016, finanziert über Kredit. Die Amtsumlage, die die Gemeinden zahlen, soll nicht steigen.

 Unterdessen kämpfen Gemeinden mit den Mühen der Betreuung von Asylbewerbern. Sie bleibt oft an ehrenamtlichen Kräften hängen, sagt Dietrich Herms, Vorsitzender des Planungsausschusses und Bürgermeister von Klein Rönnau. So sei oft unklar, wie viele Asylbewerber bleiben. Dass Asylanträge abgelehnt wurden, würden Gemeinden und Amt von höheren Stellen nicht erfahren. „Die Kooperation zwischen den Behörden klappt nicht.“ In Klein Rönnau etwa stammt von 34 Asylbewerbern die Hälfte vom Balkan und müsse wohl bald ausreisen.

 Es gebe schöne Erlebnisse, wie mit dem armenischen Jungen, der sich toll einbringe. Andererseits habe eine serbische Familie ihre Wohnung leergeräumt und verdreckt hinterlassen.

 Kinder von Asylbewerbern an Kitas und Schulen anzumelden, müssten Ehrenamtler erledigen. Sonst würde sich keiner drum kümmern. Bei der Jobsuche laufe ohne Arbeitserlaubnis nichts. Aber ohne Jobzusage gebe es keine Arbeitserlaubnis. Solche konkreten Probleme müsste die Politik regeln und mehr Klarheit schaffen, dann liefe es besser, so Herms. Stattdessen streite sie sich um andere Themen, ärgert er sich. Deshalb möge er kaum noch Nachrichtensendungen ansehen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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